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RTL-Film
Dassler-Brüder im Bergischen

Das Duell der Brüder - Die Geschichte von Adidas und Puma - RTL-Film
Anfangs Partner, später Feinde: Die Brüder Adi und Rudi Dassler (Ken Duken, l. und Torben Liebrecht) in der alten Remscheider Feilenfabrik. FOTO: RTL/Weber
Solingen / Remscheid. Der RTL-Film "Das Duell der Brüder - Die Geschichte von Adidas und Puma" wurde größtenteils in NRW gedreht. Eine Kulisse: die Solinger Jahnkampfbahn. Von Leslie Brook und Guido Radtke

Es gibt nicht mehr viele alte Fußballstadien in Nordrhein-Westfalen, die als Filmkulisse für das legendäre Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 dienen können. Der Tivoli in Aachen oder das Bökelbergstadion in Mönchengladbach etwa sind von der Bildfläche verschwunden. Die 1928 erbaute Jahnkampfbahn in Solingen wäre es vermutlich auch, wenn sich nicht vor 22 Jahren ein Förderverein gegründet hätte. "Das Ding war eigentlich tot", sagt der Vorsitzende Guido Rohn.

Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist das 2013 mit dem deutschen Denkmalschutzpreis ausgezeichnete Stadion inzwischen in einem derart guten Zustand, dass hier nicht nur American Football und Rugby gespielt oder Open Air-Konzerte mit Künstlern wie Heino oder DJ Ötzi vor 10.000 Zuschauern stattfinden. Im vorigen Jahr hat die TV-Produktionsfirma "Zeitsprung" im Auftrag von RTL angeklopft, um die Sportstätte für "Das Duell der Brüder - Die Geschichte von Adidas und Puma" (Freitag um 20.15 Uhr bei RTL) in das Berner Wankdorfstadion zu verwandeln.

Das 88 Jahre alte Stadion hat Guido Rohn mit dem Vorstandsteam des Förderkreises erhalten. FOTO: Kempner, Martin

Rund 1,5 Millionen Euro sind bislang in die Sanierung der Jahnkampfbahn investiert worden - zuletzt in die Tribüne und die Umkleiden. "Wäre Letzteres noch nicht passiert, wären die Kabinen-Szenen beim WM-Finale wohl auch bei uns und nicht im Berliner Olympiastadion gedreht worden." Guido Rohn hätte sich gewünscht, dass beim historischen Schuss von Helmut Rahn oder dem Zuschauer-Jubel mehr vom Walder Stadion zu sehen sein würde als nur der Rasen oder die Tribüne. Mit großem Aufwand wurden nicht nur diese Einstellungen digital nachbearbeitet.

Nicht zuletzt wegen zahlreicher Drehorte in Nordrhein-Westfalen wurde "Das Duell der Brüder" von der Film- und Medienstiftung NRW mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Erzählt wird die Geschichte der Brüder Dassler, die aus einer unscheinbaren Turnschuhfabrik einen Weltkonzern machen, darüber aber immer tiefer in Streit geraten und schließlich geschäftlich getrennte Wege gehen. Adi (gespielt von Ken Duken) ist Konzernchef bei Adidas, Rudi (Torben Liebrecht) bei Puma. Aus den Geschwistern werden erbitterte Konkurrenten, später sogar Feinde.

Das legendäre Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 wurde in der Solinger Jahnkampfbahn nachgestellt. FOTO: RTL/Weber

Immer wieder zentral ins Bild gerückt wird die rund 200 Jahre alte Feilenfabrik Ehlis, in der Adi Dassler an den ersten Modellen seiner Turnschuhe tüftelt. Schon häufiger hat die Fabrik an der Stadtgrenze Remscheid/Wermelskirchen, die sich bislang im Privatbesitz befand, als Filmkulisse gedient. Solche Orte finden sich kaum noch. Im Mai wurden dort Szenen für den Kinofilm "Jeder stirbt für sich allein" gedreht, die Geschichte ist angelehnt an den Roman von Hans Fallada. Mit dabei: Emma Thompson. Auch RTL fand Gefallen an dem gut erhaltenen Industrieschauplatz und drehte dort im September den Film über die Brüder. Sogar Teile der originalen Einrichtung konnten verwendet werden.

Anders als das Solinger Stadion aber scheint die Erfolgsgeschichte hier nicht unbedingt fortgeschrieben zu werden: Das rund 30.000 Quadratmeter große Gelände mitsamt Fabrik und Villa steht zum Verkauf. Jedoch wird das Areal nicht an den Landschaftsverband oder eine ähnliche Institution gehen, sondern wohl an einen privaten Investor veräußert werden. Nach Auskunft des Bevollmächtigten ist der Verkauf an eine Firma noch nicht notariell vollzogen, soll aber im April erfolgen. Was dann mit dem Stück Industriegeschichte passiert, ist unklar. Experten zufolge ist es die letzte komplett erhaltene Feilenfabrik im Bergischen - von einst allein auf Remscheider Stadtgebiet bestehenden 126 Feilenfabriken. Einen Förderverein, der sich für den Erhalt engagiert, gibt es hier nicht.

Als "Ersatz" für Herzogenaurach, die fränkische Heimat der Brüder Dassler, dient im Fernsehfilm Bad Münstereifel. Aufgrund der historischen Bausubstanz habe sich das Mittelalter-Städtchen hervorragend dafür geeignet, erklärt RTL. Die Szenen, die in der Villa der Dassler-Ehepaare spielen, wurden in Wuppertal gedreht.

Quelle: RP
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