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"Sing meinen Song"
Xavier Naidoos großes Finale beim Tauschkonzert

"Sing meinen Song" mit Liedern von Xavier Naidoo
"Sing meinen Song" mit Liedern von Xavier Naidoo FOTO: Vox/Markus Hertrich
Köln. Die dritte Staffel des Tauschkonzerts "Sing meinen Song" bei Vox geht zu Ende. In der Ausgabe vom Dienstagabend stand Xavier Naidoo im Mittelpunkt - der Gastgeber und Beinahe-ESC-Kandidat verlässt die Erfolgsshow. Von Marlena Schönfeld

Für ihn war es gleichzeitig der letzte reguläre Auftritt in der Show – in der nächsten Staffel wird er nicht mehr dabei sein. "Einer der krassesten Sänger weltweit", verkündet Samy Deluxe. "Der singt mit seiner Seele", schmachtet Wolfgang Niedecken. "Mir hat mal einer gesagt, dass ich der deutschen Sprache das Tanzen beigebracht hätte – das fand ich ganz treffend", behauptet er ganz bescheiden von sich selbst.

Die Rede ist von Xavier Naidoo, der sich bei "Sing meinen Song" über sechs Cover-Versionen seiner Songs freuen durfte. ESC-Mobbingopfer, verwirrter Reichsbürger, WM-Hymnen-Held – Xavier Naidoo hat viele Gesichter, allesamt meistens versteckt hinter einer Sonnenbrillenkollektion, über deren ästhetischen Wert sich streiten lässt.

Über eines lässt sich allerdings kaum streiten: Xavier Naidoo ist heute eine der bekanntesten musikalischen Größen des Landes und seine Songs sind entsprechend präsent. Umso spannender war es, die neu interpretierten Lieder des Mannheimer Soul-Strebers aus den Kehlen der anderen teilnehmenden Musiker zu hören.

Samy Deluxe im Gastgeber-Sessel

Den Anfang machte dabei Rapper Samy Deluxe, dem neben dem Eröffnungssong auch die Ehre des Gastgebers zu Teil wurde – eine Position, die normalerweise von Naidoo selbst ausgefüllt wird. Bis jetzt. Anfang der Woche hatte der "Sing meinen Song"-Papa nach drei Staffeln seinen Ausstieg aus dem Format bekannt gegeben, um sich "neuen Projekten widmen zu können".

Wer die entstandene Lücke in Zukunft füllen soll, ist noch nicht bekannt. Vielleicht einfach Samy Deluxe, der hat ja jetzt schon Übung. Für sein Naidoo-Cover wählte Samy Deluxe den Song "Alles kann besser werden", dessen Titel er scheinbar zum Anlass nahm, auch das Lied selbst einfach noch ein bisschen besser zu machen.

"Sing meinen Song" 2016: Samy-Deluxe-Lieder im Mittelpunkt der Show FOTO: Vox/Markus Hertrich

Als bekennender Pessimist war ihm die Message des Songs dann doch ein wenig zu positiv, weshalb er ihn kurzerhand um eine Strophe erweiterte und zur Abrundung mit dem Beat seines eigenen poetischen Meisterwerks "Klopapier" unterlegte. Nervt ja auch irgendwann, dieser Optimismus. Heraus kam eine interessante Nummer, die allerdings noch Luft nach oben ließ.

Nena ging mit "Freisein" an den Start, einem von Naidoos ersten Songs aus dem Jahr 1997 und bewies, dass man sogar aus 90er-Jahre Düster-Rap eine flotte 80ies Popnummer machen kann, wenn man nur will. Und wenn man eben Nena ist.

Vor eine große Herausforderung gestellt sah sich dann Seven, der sich mit "Das hat die Welt noch nicht gesehen" einen Song der Söhne Mannheims ausgesucht hatte.

Dass es sich dabei um eine 14-köpfige Band handelt, deren mehrstimmigen Gesang man als einzelner Schweizer auch erstmal nachmachen muss, hatte er allerdings nicht bedacht. Durch zusätzliche Harmonien und die gewohnt lustige Gesichtsakrobatik konnte der Soul-Sänger die fehlenden 13 Söhne allerdings überraschend gut kompensieren.

Ebenfalls eine Überraschung war der Auftritt von Annett Louisan, die mit ihrer sanft-sinnlichen Chanson-Version von "Ich wär‘ gar nichts ohne dich" plötzlich gar nicht mehr so sehr nach Püppchen aussah. Ihrem Stil treu hingegen blieben Sascha Vollmer und Alec Völkel von The BossHoss. Ein weißes Unterhemd hier, ein fesches Ed-Hardy-Shirt dort und eine flotte Version von "Ich schau nicht mehr zurück"  - fertig ist der "Crap".

Bilder: Sing meinen Song auf Vox mit Liedern von Annett Louisan FOTO: VOX / Markus Hertrich

Dieser wirklich urkomische Neologismus beschreibt die Kombination aus Country und Rap und wird an Lustigkeit nur noch von dem After-Auftritt-Gag "Wir ham uns des Arsch abgecrapt" übertroffen. Doch es sei ihnen verziehen, wir ham ja schließlich Finale und der Crap war eigentlich gar nicht schlecht.

Das "Sahnehäubchen mit Kirsche" 

"Sing meinen Song" 2016 mit den Liedern von Wolfgang Niedecken FOTO: Vox/Markus Hertrich

Das finale Highlight der Show lieferte dann schließlich BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Bei seiner kölschen Version von "Was wir alleine nicht schaffen" konnte man als Zuschauer gar nicht anders, als sich schunkelnd in den Armen zu liegen und mit glasigen Augen an die gute alte Karnevalszeit zurückzudenken. Die leeren Schnapsflaschen auf dem Tisch der Kandidaten machten diese schöne Erinnerung dann perfekt.

"Das war das Sahnehäubchen mit Kirsche drauf und noch nem Hawaii-Schirmchen drin", fasste Gastgeber Samy Deluxe den Abend am Ende zusammen. Ganz so euphorisch hätten wir das jetzt nicht ausgedrückt, gerade das Harmonie-Geplänkel zwischen den Auftritten zog sich doch mitunter stark in die Länge, aber alles in allem sind auch in der finalen Runde wieder einige schöne Interpretationen zusammen gekommen. Auch wenn sie von Xavier Naidoo stammten. Man kann ja nun nicht alles haben.

Am 31. Mai treten die Teilnehmer der dritten Staffel 3 noch einmal an, um ihre besten Cover-Songs zusammen mit dem Originalinterpreten zu singen. In der Woche darauf wird es zum Abschluss ein Spezial mit den besten Duetten aus allen drei Staffeln geben. 

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