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Das perfekte Promi-Dinner
"Honey" wird wieder ausgeladen

Das perfekte Promi-Dinner: "Honey" sorgt für Eklat beim Dinner
Das perfekte Promi-Dinner: "Honey" sorgt für Eklat beim Dinner FOTO: VOX / Bernd-Michael Maurer
Frankfurt. Florian Wess und Alexander "Honey" Keen haben sich schon im Dschungelcamp nicht gut verstanden. Beim "Perfekten Promi-Dinner" setzt Florian "Honey" nun kurzentschlossen vor die Tür. Von Anna Lisa Lüft

Wer vom Perfekten Promi-Dinner kulinarische Höchstleistungen erwartet, wird von dieser Ausgabe leider enttäuscht sein. Ja, die Kandidaten des "Dschungel-Spezials" kochen. Zumindest der eine oder andere. Ja, die Kandidaten essen auch, und diesmal gibt es mehr als den Camp-Fraß aus Reis und Bohnen. Aber im Grunde dreht sich drei Stunden lang fast alles nur um einen: "Honey". Der ehemalige Mister Hessen weiß sich wie immer in Szene zu setzen und sorgt am Ende sogar noch für einen regelrechten Eklat. 

Alles beginnt mit heimeliger Schwaben-Küche

Aber der Reihe nach. In dieser ersten Ausgabe des Dschungel-Dinners kochen Markus Majowski, Nicole Mieth, Alexander "Honey" Keen sowie Gina-Lisa Lohfink und Florian Wess, die als Team antreten. Die Runde beginnt in Stuttgart, wo Nicole Mieth wohnt und kocht.

Wer sich jetzt fragt: Nicole wer? Das ist die Dschungel-Bewohnerin, die nur einmal Sendezeit bekam: Als sie bei ihrem Auszug gegen einen Baum rannte. Warum sie so wenig zu sehen war, verstehen weder sie selbst, noch ihre Schnippelhilfe, noch die anderen Kandidaten. Sie sei eigentlich gar kein stilles Mäuschen, erzählt sie. "Markus hat mich in Australien sogar einmal gefragt, ob ich ADHS habe", berichtet die Schauspielerin in der Show. 

Sie serviert ihren ehemaligen Camp-Kollegen ein Best of der schwäbischen Küche: Zur Vorspeise gibt es Flädlesuppe mit Maultaschen, es folgen Saitanwürstchen, Linsen und Spätzle und als Nachtisch Schwarzwälder Kirschtorte im Glas.

Für den vegetarischen Markus und den veganen Florian gibt es entsprechende Alternativen. Als die Gäste eintreffen, scheinen erst einmal alle Streitigkeiten vergessen. Es gibt Blümchen und Küsschen und sogar Florian sieht irgendwie fröhlich aus. "Honey" erzählt breit grinsend, dass er gemeinsam mit Gina-Lisa einen Blumenstrauß organisiert habe. 

Gina-Lisa: "Ich habe Viagra genommen"

Die frisch gefärbte Brünette lässt Dauergrinser "Honey" aber direkt auffliegen: "Der Honey hatte gar kein Geschenk und hat gefragt, ob wir nicht sagen können, dass er bei mir mitgeschenkt hat." Für Subtilität war das Model eben noch nie bekannt. Stattdessen macht sie sich zu Tisch zur Alleinunterhalterin und weiß auch bei den folgenden Dinner-Abenden einiges zu erzählen: "Einmal, im Urlaub in Lloret de Mar, da bin ich mit Kleidern in den Pool gesprungen. Und einmal, da habe ich Viagra genommen, weil ich sehen wollte, wie das ist. Und einmal, da…"

Dschungelcamp 2017: Abschlusstreffen FOTO: RTL / Stefan Menne

Nicht nur Gina-Lisas Geschichten, auch das Essen von Nicole kommen gut an. Es fehle lediglich ein bisschen die Würze, sind sich die Kandidaten einig. Am Ende reicht es zu 25 Punkten – auch, weil Honey die vollen zehn Punkte vergibt. Die sind aber nicht nur für das Essen, sondern auch für das Playboy-Cover der Schwarzwälderin, wie er grinsend erklärt.

Markus Majowski lässt kochen

Auf dergleichen kann Markus Majowski, der zurzeit in Frankfurt Theater spielt und seine Gäste in seiner dortigen Zweitwohnung empfängt, nicht bauen. Er hat aber ein Ass im Ärmel, mit dem er Nicole den Rang ablaufen will: Sein Küchenhelfer Martin Scharff ist Sternekoch und kann mehr als nur Gemüse schneiden.

Im Gegenteil: Gastgeber Markus wird zum Helferlein degradiert, und der Profikoch übernimmt das Ruder. Die Erklärung für diese ungewöhnliche Rollenverteilung kann zumindest seine Gäste überzeugen: "Ich möchte euch heute verwöhnen. Ohne den Martin hätte ich das nicht geschafft."

"Honey" entdeckt seine Berufung

Das italienische Menü aus Brotsalat, Seeteufel auf Safranrisotto und Tiramisu auf Tonkabohnenzabaione scheint "Honey" zu beflügeln. Er sinniert mit dem ihm eigenen Lächeln auf den Lippen über seine vielen Talente. "Ich arbeite sehr gerne. Aber ich merke: Das hier liegt mir. Das ist meine Berufung."

Während der Zuschauer an dieser Stelle vermutlich seinen Kopf auf den Couchtisch hauen möchte, hakt Nicole knallhart nach: "Was genau liegt dir? Also jetzt ehrlich: Was genau meinst du?" Der Gedanke, dass sie den selbsterklärten Alleskönner "Honey" mit einem charmanten Lächeln und bohrenden Fragen auch im Dschungel in die Schranken gewiesen haben könnte, lässt einen wehmütig an die vielen Stunden Nicole-Videomaterial denken, die ungesehen auf irgendwelchen Festplatten verrotten.

Zu Tisch ist die Stimmung deutlich besser: Der Sternekoch hat seine Aufgabe erfüllt – es gibt 26 Punkte für Markus, der immerhin ein paar Paprikas geschält und einmal im Risotto gerührt hat. 

Auch am nächsten Tag diniert die illustre Runde in Frankfurt, wo Alexander "Honey" Keen wohnt. Da, wo er wohnt, kocht er aber nicht. Er lädt zu seinem Freund Fridolin ein. Der hätte in seiner Studentenwohnung im Westend einfach den größeren Esstisch. Wer sich einmal in das Frankfurter Westend verirrt hat, weiß: Im Nobelviertel wohnen eigentlich gar keine Studenten.

Und auch die Wohnung von Kumpel Fridolin sieht kein bisschen nach Studi-WG aus. Sie ist eher, um es mit den Worten von Florian Wess zu sagen, "High Class". Zu sehen an dem lebensgroßen weißen Plüschtiger, der im Flur liegt. 

Die Promis lieben es vegan

"Honey" gibt vorab nicht preis, was es zu essen gibt. Er verrät nur so viel: "Ich werde mit meiner Küchenhilfe ein komplett veganes Menü kochen. Im Bioladen merkt man dann auch, wieso er seine Küchenhilfe so betont – er verwechselt Basilikum mit Minze und scheint sich auch sonst nicht wirklich mit Lebensmitteln und Küchengeräten auszukennen.

Küchenhilfe Fanny, die eigentlich in einem bekannten Frankfurter Restaurant arbeitet, muss ihm sogar helfen, die Kindersicherung aus dem Induktionsherd zu entfernen und zeigen, wie man eine Süßkartoffel schält.

Währenddessen plant der kleine Bruder der Grinsekatze den Gag des Jahrhunderts: Er will Florian Wess einen Streich spielen und zur Vorspeise nur eine Karotte servieren. Weil der doch Veganer ist. "Der wird wahrscheinlich ausrasten", freut er sich. Wahnsinn, dieser "Honey" ist ja echt lustig.

Doch nicht nur der Mann, der als Kurzhaarhasser und Ex-Freund bekannt geworden ist, beweist Humor. Denn während der über seine Talente und seine Zukunft sinniert ("Wenn alle Stricke reißen, dann gehe ich einfach in die Politik. Eher so liberal, denke ich. Und ich würde die Wehrpflicht wieder einführen!"), scheinen sich auch die Vox-Mitarbeiter, die für die Bauchbinden zuständig waren, richtig ausgetobt zu haben.

Statt seines Spitznamens "Honey" ist mal Marmelade zu lesen, mal kandierter Apfel, mal Sahne-Baiser. Honeys Gäste haben an diesem Abend aber wenig Spaß. Florian nimmt ihm nicht nur die Karotten-Sache krumm, sondern auch, dass er nicht zu sich eingeladen hat. "Ich hätte mir gewünscht, dass er sich mal privat zeigt", sagt er. Da hilft dann auch das vegane Dinner nicht.

Die Beluga-Linsen auf Zucchini-Erbsen-Creme, das Gemüse mit Wildreis und Quinoa und die veganen Pancakes mit Obst reichen nur für 19 magere Punkte. Apropos mager: Das Essen sei einfach zu wenig gewesen, beschwert sich Nicole, und Gina-Lisa beschließt: "Dann gehen wir jetzt halt nochmal was essen. So können wir ja nicht schlafen!" 

Der dreifache Wess

Auch zum Abschluss dieser ersten Dschungel-Ausgabe des Promi-Dinners wird in Hessen aufgetischt. Florian Wess, der eigentlich in Wien wohnt, und die Vollblut-Hessin Gina-Lisa laden nach Fulda in das Elternhaus von Flori ein. Dort lernen wir nicht nur Tante Birgit, sondern auch seinen Vater kennen – und dessen Zwillingsbruder. Was uninteressant klingt, ist eigentlich ziemlich unheimlich, denn: Die sehen alle gleich aus. Also nicht die Tante Birgit. Sondern die Zwillinge und der Sohn, der auch ein Drilling sein könnte.

Wer denkt, es könnte nicht mehr unheimlicher werden, irrt. Beim Einkaufen erzählt Florian, dass er von "Honeys" Essen Blähungen hatte, und beim Bäcker müssen erst einmal Selfies mit Brot gemacht werden. Nicht nur die Fuldaer sind irritiert. 

Der große Schocker kommt aber noch: Es liegen nur vier Gedecke auf dem Tisch. Die Erklärung folgt auf dem Fuße: "Honey" habe die Visagistin von Gina-Lisa am Vortag "wie einen Menschen zweiter Klasse behandelt", erklärt Florian, sodass diese in Tränen ausgebrochen sei. "So etwas gibt es in meiner Familie nicht, und deswegen kommt Honey auch nicht in mein Elternhaus", erzählt er weiter. Gina-Lisa steht mit Tränen in den Augen daneben und nickt. 

Honey, du kommst hier nicht rein

"Honey" erfährt davon erst, als er vor der Tür steht. Als er die frohe Botschaft hört, redet er sich raus, lächelt dabei aber immer wieder. Markus und Nicole sind sichtlich verdutzt und versuchen zu schlichten. Aber Florian bleibt bei seiner Meinung. "Das habt ihr schön geplant", motzt "Honey". "Wenn ihr vorher angerufen hättet, könnte ich jetzt schön in Frankfurt feiern."

Und überhaupt, er hätte für Florian ja extra vegan gekocht. Gina-Lisa heult, "Honey" zieht seine gewohnte "Honey"-Show ab und lächelt sein Eispickel-Lächeln. Hilft aber alles nichts – er muss wieder fahren. Das scheint er aber halb so schlimm zu finden, denn: "Dadurch werde ich jetzt noch bekannter!" 
Während seine Gemütslage sich allmählich wieder zu heben scheint, hat die Stimmung bei den übrig gebliebenen vier Ex-Campern einen ordentlichen Dämpfer erhalten.

"Ich will, dass es aufhört"

Besonders Gina-Lisa wirkt mitgenommen: "Ich hasse Streit und Ärger", sagt sie. Nicole findet: "Das ist hier doch auch immer noch ein Job. Da muss man doch auch Privates von trennen." Markus findet schließlich genau die richtigen Worte: "Ich will, dass es aufhört", sagt der Schauspieler, und spricht damit vermutlich allen Zuschauern aus dem Herzen. 

Das Essen scheint die Gäste anschließend aber wieder zu versöhnen. Markus und Nicole sind ob der veganen Kürbissuppe ganz aus dem Häuschen. Der Rollbraten mit Klößen und Rotkohl, den es als Hauptspeise gibt, kann da weder in der veganen noch in der fleischigen Variante mithalten. Der letzten Gang dieser Runde, Apple Crumble mit Soja-Eis, verleitet die Kandidaten zu einer Diskussion über die Verdauungsprobleme, mit denen sie alle nach der Zeit im Dschungel zu kämpfen hatten. Da schmeckt es doch gleich viel besser. 

Von wegen Siegerstimmung

Dass die Punktevergabe für das BFF-Duo Florian und Gina-Lisa nicht allzu glücklich ausgehen wird, ist an dieser Stelle schon klar. Schließlich fehlt im Vergleich zu den anderen Köchen einer. Der vergibt – im Auto und auf dem Rückweg ins Frankfurter Westend – 0 Punkte "für die schlechteste PR-Aktion des Jahres". Auch Nicole und Markus ziehen wegen des "Honey"-Eklats Punkte ab. Am Ende reicht es nur für 15 Punkte und den letzten Platz. 

Der (nach den Ereignissen des Abends nicht ganz so glücklich wirkende) Markus siegt vor Nicole und "Honey". "Das tut meinem Selbstwertgefühl gut." Dabei hat er ja nicht einmal selbst gekocht, denkt man sich. Seine Spende geht an das Deutsche Kinderhilfswerk in Berlin, und auch Sterne-Küchenhilfe Martin Scharff darf spenden.

Sein Anteil geht an einen Kinderchirurgen, der Kinder aus sozial schwachen Familien operiert. Gina-Lisa und Florian scheinen ihre Niederlage gut wegzustecken. "Wir sind die Sieger des Verstandes", grinst Flori. Ob in diesen knapp drei Stunden Sendezeit auch nur einmal Verstand aufflackerte, darf aber angezweifelt werden.

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