| 07.46 Uhr

Casting-Show "Das Supertalent"
Schräge Körperkunst mit scharfen Spitzen

Menschliche Springseile und Reißzwecken auf nackter Haut
Menschliche Springseile und Reißzwecken auf nackter Haut FOTO: RTL
Düsseldorf. Menschliche Springseile, wackelnde Pobacken und Reißzwecken auf nackter Haut – in der achten Folge wurde es beim "Supertalent" körperlich. Mit dabei: stimmliche Überraschungen und skurrile Nummern. Von Julia Zuew

Gleich zum Auftakt wurde es mit dem Akrobatik-Quartett "Wild" aus der Ukraine spektakulär: Zwei der Sportakrobaten schnappten sich einen dritten und ließen ihn wie ein Springseil durch die Luft schwingen. Ein vierter sprang über ihn. Das menschliche Springseil gefiel besonders Victoria Swarovski – aber auch Bruce Darnell und Dieter Bohlen winkten das Quartett in die nächste Runde durch.

Zu den wohl skurrilsten Nummern gehörte Leroys Auftritt. Mit Sonnenbrille, Vollbart und dichter Haarpracht trat er im Anzug vor die Jury. Vor der Kamera erklärte der Amerikaner, er wolle die Welt "Land für Land verändern". Wie genau, wurde erst nicht wirklich klar. Dann fing der kräfte Mann aus Los Angeles an zu tanzen und sein Jacket aufzuknöpfen. Mit einem Ruck riss er sich Hemd und Jacket vom Leib, dann die Hose. "Turn down for what" schrie es zu Beats und fettem Bass aus den Boxen, als der Mann sich mit aller Wucht auf den Boden schmiss. Dort lagen Reißzwecken auf einem Tuch.

Leroy hämmerte mit Fäusten, dann mit dem Kopf auf die scharfen Spitzen. "Holy shit", stammelte Victoria Swarovski. Bruce Darnell reagierte fassungslos, gab aber grünes Licht für die schräge Performance. An Leroys Bein lief Blut herunter, Svarovski sagte: "Ich bin kein Fan davon, sich einen Nagel in den Kopf zu schlagen" und drückte den roten Buzzer. Dieter Bohlen sagte, er habe "so was noch nie gesehen" – er holte Leroy mit einem zweiten "Ja" in die nächste Runde. Er habe bereits eine Idee für seine nächste Performance, kündigte dieser an und lachte schallend und entrückt.

Doch auch die Gesangstalente unter den Kandidaten hatten etwas zu bieten: Zu Dieter Bohlens Favoriten gehörte der zwölfjährige Salvatore. Der junge Sänger begeisterte die Jury mit "When We Were Young" von Adele. "Du hast so viel Soul in der Stimme", schwärmte Victoria Swarovski. Auf der Bühne sei er "wie zuhause", habe eine starke Präsenz, fand die Jurorin. Vom Publikum gab es Standing Ovations. Dieter Bohlen war zu Beginn noch skeptisch wegen der Songauswahl, gab sich aber überzeugt: "Ich kann dazu eigentlich nur eins sagen: Kleiner Mann – große Wirkung!"

Mit einer ungewöhnlichen Interpretation von Modern-Talking-Hits konnten Nerses und Vladyslav punkten. Die beiden Musiker lieferten ein Mashup aus "Cheri Cheri Lady" oder "Brother Louie". Die Jury gab sich überrascht: "Ich hatte nicht so viel erwartet", sagte Bruce Darnell. "Eine ganz, ganz tolle Überraschung." Auch dem Poptitan Bohlen gefällt der Auftritt – eine Reminiszenz an dessen alte Zeiten – gut: "Das klingt richtig geil!" Für das Duo geht es damit in die nächste Runde.

Für einen Überraschungsmoment sorgte auch Rapper Adrian. "Was willst du werden, wenn du groß und stark bist?", fragte Dieter Bohlen den 15-Jährigen. "Auf jeden Fall Musik machen, damit ein bisschen Erfolg haben", antwortete er. Skeptische Blicke der Juroren, doch als Adrian "Lose Yourself " von Eminem anstimmte, kamen seine Gesangskünste gut an – trotz Texthängers. Bei seinem eigenen Stück ging er richtig auf – und konnte die Jury überzeugen: Alle waren sich einig, Adrian hat Talent.

"Du klingst nicht wie 15", sagte Dieter Bohlen. "Ich kenne niemanden, der so genau auf dem Beat ist und so eine Stimme hat wie du." Dennoch sah er für Adrian als "deutschen Rapper, der auf Englisch singt" keine großen Erfolgschancen. Wenn er "wagen würde, auch deutsche Texte zu schreiben", sehe er jedoch Potenzial.

Twerkerin Kristina verzauberte Dieter Bohlen und Bruce Darnell mit ihrer Performance. In Knieschützern, Highheels und bauchfreiem Top erräkelte, erschlängelte und ertanzte sie sich zwei Zusagen aus der Jury. Darnell bezeichnete ihre Darbietung als erotisch und gab ein "Ja", auch Bohlen drückte auf den grünen Knopf. Victoria Swarovskis Urteil fiel eher harsch aus: Die Figur der Akrobatin sei zwar sexy, der Auftritt hingegen weniger – ein wirkliches Talent gebe es in ihren Augen nicht.

 
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