| 13.14 Uhr

"Der Bankraub"
Wie eine Familie zerfällt

Berlin. In "Der Bankraub" muss ein Vater mit anschauen, wie sich sein Sohn zum Karrieristen entwickelt. Von Klaus Bräuer

Da glauben die Eltern, dass sie alles richtig gemacht haben im Leben - vor allem mit der Erziehung des Sohnes, der zudem ihr einziges Kind ist. Und dann entfremden sich alle voneinander. Darum geht es in dem Film "Der Bankraub", der heute zu sehen ist.

Irgendwo in einem kleinen Hamburger Reihenhäuschen wird im Garten gefeiert: Werner Kreye (hervorragend: Joachim Król) stößt auf seinen Geburtstag und seinen beginnenden Ruhestand an. Mit dabei sind seine Frau Helga (Ulrike Kriener), die zukünftige Schwiegertochter Nina (Bernadette Heerwagen) und natürlich sein Sohn Martin (Franz Dinda), der eine hübsche Lobrede auf seinen Papa hält, der vor Stolz fast platzt.

Schließlich macht sein Sohn eine richtige Karriere, die dem Papa als einfachem, aber grundehrlichem Arbeiter versagt blieb. Sein hart erspartes Geld legt Kreye senior sorgfältig bei der Bank seines Vertrauens an - nur um alsbald festzustellen, dass ihn sein netter Bankberater Mertens (Godehard Giese) mit unhaltbaren Zinsversprechungen zu immer riskanteren Geldgeschäften gelockt hat, so dass Kreye nach und nach alle seine Ersparnisse verliert.

Martin macht derweil eine steile Karriere in New York, wohin ihn sein Chef, Helmut Draeger (Justus von Dohnányi), geschickt hat. Dafür opfert er auch seine ihn aufrichtig liebende Freundin und Kollegin Nina, vernachlässigt seine Eltern und kehrt nur kurz zurück, nachdem seine Mutter gestorben ist.

Und dann überfährt sein Vater in voller Absicht den Chefbanker Draeger, direkt vor der Firmenzentrale seiner Bank (die auch die Bank von Martin ist). Martin muss sich jetzt entscheiden: Bleibt er in New York, oder wird er zur Besinnung kommen und seinen Vater vor Gericht verteidigen?

Der Film mit dem doppeldeutigen Titel (gemeint ist der Raub der Banken) ist ein packendes Drama - und er greift ein Thema auf, das völlig zu Unrecht in der Versenkung verschwunden ist: die Bankenkrise, die vor acht Jahren ausgebrochen war und viele kleine Anleger und Sparer in den finanziellen Ruin getrieben hat. Im Anschluss folgt eine Dokumentation zum Thema (21.40 Uhr).

"Der Bankraub", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)
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