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Stars am Rhein
So lief der Fernsehpreis in Düsseldorf

Fotos: Fernsehpreis 2016: So lief das "Branchentreffen" in Düsseldorf
Fotos: Fernsehpreis 2016: So lief das "Branchentreffen" in Düsseldorf FOTO: dpa, rve pil
Düsseldorf. In Düsseldorf wurde am Mittwochabend der Deutsche Fernsehpreis 2016 vergeben. Auf dem roten Teppich gab es Glamour. Im Saal selbst stieg dann eher ein nüchternes Branchentreffen.    Von Leslie Brook und Jan Wiefels

Zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr begann die 17. Verleihung des deutschen Fernsehpreises – nur, dass niemand zu Hause zusehen konnte. Denn der neue Deutsche Fernsehpreis ist, wie Moderatorin Barbara Schöneberger sagte, ein "off-air-event". Das heißt: "Niemand schaut uns zu, Sat.1 kennt das Gefühl." Deshalb sei der Begriff der "deutsche Preis" eigentlich ausreichend. Wer aber doch Ausschnitte sehen möchte, bekommt heute einen Zusammenschnitt auf Einsfestival präsentiert – 30 Minuten ab 21.45 Uhr. Dort würden die Quoten sicher wieder bombig sein, unkte Schöneberger, genauso wie in den vergangenen Jahren im Ersten. Denn das geringe Zuschauerinteresse war der Grund, warum ein neues Format für die Preisverleihung gesucht worden war.

Erstmals fand die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Düsseldorf statt, und erstmals wurde sie nicht im Fernsehen übertragen. Nach einem Jahr Pause hatten sich die Stifter, die Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1, auf ein neues Konzept verständigt: eine Art Branchentreffen. Das auffälligste Kleid des Abends trug Sophia Thomalla. Die Schauspielerin kam in einer teilweise transparenten Robe mit Schleppe, die Haare trug sie hochgesteckt zu einem Dutt. Eine Designerin der Show "Let‘s Dance" habe es eigens für sie angefertigt, erzählte Thomalla auf dem Roten Teppich. Zudem gab die 26-Jährige preis, dass sie ihren Neujahrs-Vorsatz, keinen Alkohol zu trinken, bislang durchgehalten habe. Bis März wolle sie dabei bleiben. Thomalla bezog außerdem Stellung zu dem Ratschlag der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, als Frau eine Armlänge Abstand zu Fremden zu halten.

Deutscher Fernsehpreis 2016: Roter Teppich in Düsseldorf FOTO: dpa, rve pil

"Das ist das Bescheuertste, das ich in meinem Leben je gehört habe." Die Auszeichnung wurde in 20 Kategorien vergeben. Die prominenten Gäste aus Unterhaltung und Politik saßen an langen Tischen im Saal der Düsseldorfer Rheinterrassen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte neben WDR-Intendant Tom Buhrow Platz genommen. Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker war unter den Gästen. Dass sie auch selbstironisch sind, zeigten die vier Stifter Tom Buhrow (WDR), Frank Hoffmann (RTL), Thomas Bellut (ZDF) und Kaspar Pflüger (Sat.1), gleich zu Beginn in dem Einspielerfilm "Klar Wars - der Fernsehpreis der Macht". Buhrow trat als Gebührenritter "Major Tom" auf. Yoda Bellut erklärte ihm: "Glauben du musst an die Macht der Gebühren." Und dann war da noch ein Unterhaltungs-Roboter mit Namen JBK, über den es hieß: "Er kann 26 Buchstaben in beliebige Fragen verwandeln." Moderator Johannes B. Kerner war nicht anwesend.

Den Ehrenpreis der Stifter erhielt der Journalist Günter Wallraff. Dass er für sein Lebenswerk geehrt wird, irritiert den 73-Jährigen. "Ich befinde mich mitten im Leben, sehe mich als spätpubertär, doch die Auszeichnung klingt, als ob ich alles schon hinter mir hätte", sagte er auf dem roten Teppich.

In der Kategorie Bester Schauspieler setzte sich der erst 25 Jahre alte Jonas Nay ("Deutschland 83" und "Tannbach") unter anderem gegen Charly Hübner und Tobias Moretti durch. Er freute sich über seinen "ersten Schauspielpreis". Als beste Schauspielerin bekam Ina Weisse ("Ich will dich" und "Ein großer Aufbruch") den Preis überreicht - und nicht Iris Berben, die auch nominiert war.

Lars Becker überzeugte die elfköpfige Jury als bester Regisseur. Zur besten Serie avancierte "Club der Roten Bänder" (Vox). "Die Menschen, die Tag für Tag aufstehen, obwohl sie todkrank sind", verlangten ihm großen Respekt ab, sagte  Schauspieler Damian Harwig. In der Königskategorie schaffte es "Nackt unter Wölfen" zum besten deutschen Fernsehfilm. 

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