| 12.51 Uhr

TV Show "Die Höhle der Löwen"
Streit um "dicken Pferdeschwanz"

Fotos: So lief die sechste Folge der "Höhle der Löwen"
Fotos: So lief die sechste Folge der "Höhle der Löwen" FOTO: MG RTL D
Düsseldorf. So schlüpfrig geht es in der Höhle der Löwen selten zu: Die Investoren stritten über möglichst dicke Pferdeschwänze und kamen dabei aus dem Lachen kaum heraus. Von Tim Kronner

"Noch ist der Pferdeschwanz ganz dünn und nach unten geneigt, er soll aber füllig sein und der Schwerkraft trotzen" – ein Schelm, wer bei solch einer Produktbeschreibung an etwas anderes als die Haarpracht von Frauen denkt. So ging es am Dienstagabend allerdings den Investoren, die in die Höhle der Löwen eine Zweideutigkeit an die nächste reihten.

"So ein Pferdeschwanz hat mich in der Dicke noch nie bewegt", gestand Frank Thelen unter dem Gekicher seiner Mit-Löwen und ergänzte: "Die Mädels werden sagen: Mensch, endlich gibt's einen dicken Pferdeschwanz." Besonders an Carsten Maschmeyer schien ein kleines "Dirty Mind" verloren gegangen zu sein: Der sonst eher ruhige und rationale Geschäftsmann lachte sich auf seinem Stuhl bei fast jeder neuen Äußerung ins Fäustchen.

Trotzdem setzten sich die Geldgeber ernsthaft mit dem "Pony Puffin" von Gründerin Elena Musiol auseinander, allen voran Judith Williams. Sie probierte das pinke Beauty-Produkt aus Silikon, mit dem Frauen das Volumen ihres Zopfes vergrößern können, kurzerhand selbst aus und war begeistert. In einer kurzen Streiterei mit Frank Dümmel zeigte sie ihre Krallen, stach ihn aus und sicherte sich für 65.000 Euro 49 Prozent an dem Produkt, das für ihr Teleshopping-Imperium wie gemacht scheint.

Düsseldorfer tüten Pizza-Deal ein

Dümmel hatte aber wie schon so oft seine bunten Spendiersocken an und ging auch an diesem Abend nicht leer aus: Zwei Düsseldorfer konnten mit ihm einen Pizza-Deal "eintüten". Gino Luigi Stella und Taner Gecer überzeugten ihn mit ihrem Chili- und Knoblauch-Öl in Portionsbeuteln für Tiefkühlpizzen. Allen Löwen schmeckten die Öle auf den ansonsten oft faden Pizzen hervorragend.

"Höhle der Löwen": Kein Deal mit Düsseldorfern für "intueat" FOTO: Vox

Dank über 700 Millionen jährlich verkauften Tiefkühlpizzen in Deutschland und geringen Produktionskosten für die Tütchen bissen gleich drei Löwen an. Für rund ein Viertel ihrer Firma "Mio-Olio" bekamen die sympathischen Freunde mit Dümmel schließlich genau den "Löwen der Löwen", den sie von Anfang an wollten.

Bei der Bewertung verzockt

Gleich zwei Start-Ups verzockten sich bei der Bewertung ihrer Unternehmen gewaltig und brachten sich so um einen Deal. Den 25-jährigen Studenten Sebastian Simon fanden die Löwen zwar durchweg sympathisch. Er forderte aber 200.000 Euro für zehn Prozent seines Boten-Dienstes für Behördengänge namens "Erledigungen.de". Der Reihe nach stiegen die Löwen aus.

Essener Uli Sambeth sichert sich Deal mit allen Investoren FOTO: Vox/Bernd-Michael Maurer

Genauso erging es den "Daniel Düsentriebs" (Williams) von "Goodsmith", die einen innovativen Pferdeschuh als Huf-Ersatz auf den Markt bringen wollen. Ihre Forderung nach 250.000 Euro für 15 Prozent Firmenanteile wischte Wunschlöwe Maschmeyer in gewohnt trockener Manier beiseite: "Ohne Umsätze ist das nichts wert. Eure Bewertung ist zu hoch und "Die Höhle der Löwen" eine Nummer zu groß für euch."

Nur Maschmeyer ohne Deal

Die bislang eher zurückhaltende Dagmar Wöhrl ging in dieser Sendung nicht ohne Fang nach Hause. Die Familien-Unternehmerin stieg bei Vater, Mutter und Tochter der Familie Goehringer ein und investierte in ein neues Sportgerät fürs Büro namens "Sywos One". Die anderen Löwen waren weniger überzeugt, auch Maschmeyer stieg mit seinem Lieblings-Argument aus: "Sie haben noch keine Umsätze, daher bin ich raus".

Als letzter Löwe schloss Frank Thelen einen Deal mit den "Masterminds" von "Parce" ab. Die drei Erfinder präsentierten ihren intelligente Zwischenstecker, mit dem elektronische Geräte zuhause via Smartphone-Sprachbefehl bedient werden können. Außerdem punkteten sie beim IT-Fachmann mit weiteren Ansätzen zum Thema Smarthome aus ihrer Ideen-Schublade. Löwe Thelen wurde trotz des umkämpften Markts so hungrig, dass er sich von seinen geforderten 25 Prozent Firmenanteilen für dieselbe Summe auf 15 Prozent herunterhandeln ließ – eine Seltenheit. Maschmeyer ließ seine Geldbörse an diesem Abend als einziger Investor stecken.

 
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