| 15.41 Uhr

TV-Kritik zur RTL-Sommershow
Die "Kirmeskönige" sind aus Zuckerwatte

Das war die RTL-Show "Die Kirmeskönige"
Das war die RTL-Show "Die Kirmeskönige" FOTO: RTL/Stefan Gregorowius
Düsseldorf. In zehn Spielen mussten die mehr oder weniger prominenten Gäste der RTL-Show "Die Kirmeskönige" am Samstag auf dem Rummel gegeneinander antreten. Für die Düsseldorfer Rheinkirmes, auf der gedreht wurde, war die Show eine Gratiswerbung. Von Laura Ihme

Mit vollen Bierkrügen Achterbahn fahren, Luftballons im Autoscooter zum Platzen bringen oder sich auf der Riesenschaukel bei voller Fahrt umziehen – zehn Aufgaben wie diese mussten die mehr oder weniger prominenten Teilnehmer der RTL-Show "Die Kirmeskönige" am Samstagabend bewältigen. Mit dabei war allerlei B-Prominenz, aufgeteilt in vier Teams (Zuckerwatte, Wilde Maus, Hau den Lukas und Geisterbahn), außerdem das unschlagbare Moderatoren-Duo Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen und jede Menge Kirmes-Nostalgie.

Schwach gestartet, entwickelte sich die Show, die im Juli auf der Düsseldorfer Rheinkirmes aufgezeichnet wurde, von Spiel zu Spiel zu einer Art Mini-"Schlag den Raab" im blinkenden Festplatzlicht. Eine Betrachtung in fünf Kategorien.

1. Das beste Spiel

Wer den Rummel liebt und die Show gesehen hat, wollte vermutlich bei allen Spielen selbst einmal antreten. Den mit Abstand größten Unterhaltungswert hatte allerdings die Fahrt der Promis auf der Alpina-Achterbahn. Dort galt es, in zwei Runden so viel Bierkrug-Inhalt wie möglich über die Fahrt zu retten. Aus jedem Promiteam mussten dabei zwei Mitglieder mit der Bahn mitfahren und die Krüge verteidigen – und das ging gehörig schief: Denn schon mit der ersten Abfahrt leerten so einige ihre Krüge ganz, allen voran Ex-Olympionike Julius Brink, der mit Model Larissa Marolt für das Team Wilde Maus an den Start gegangen war.

In jeder Kurve gab es dann mehr Wasser ins Gesicht, was Detlef Steves von "Ab ins Beet!" gar nicht gut bekam – er setzte in der zweiten Runde aus, genau wie Larissa Marolt. Für Steves nahm dann Auswanderer Konny Reimann dessen Gläser gleich mit auf die Fahrt und manövrierte mittels spektakulärer Verrenkungen gleich acht Bierkrüge ins Ziel. Geholfen hat das nicht viel: Den Sieg in dem Spiel sicherten sich die späteren Sieger aus Team Zuckerwatte um Sängerin Sarah Lombardi, Ex-"Bachelor"- Paul Janke und TV-Anwalt Christopher Posch.

2. Der überflüssigste Promi

Das war auf jeden Fall Gülcan Kamps. Als Düsseldorferin hätte die Show für die Moderatorin, die schon länger ein wenig von der Bildfläche verschwunden ist, ein Heimspiel werden können. Hätte. Tatsächlich hatte sie allerdings wenig Lust auf die Show, schon nach dem ersten Spiel auf der Riesenschaukel "Konga" fühlte sie sich nicht gut, drückte sich vor der Achterbahnfahrt und flog beim Endspiel als Erste raus. Dann doch einfach lieber gar nicht mitmachen.

3. Der beste Spruch

"So ein Satz ist doch viel zu intelligent für Lothar Matthäus." – Julius Brink, nachdem er beim Quiz an der Schießbude den falschen Promi abgeschossen hatte. Irrtümlicherweise hatte er nämlich das Zitat "Die Schuhe müssen zum Gürtel passen" Modezar Karl Lagerfeld zugeordnet und diesen von der Platte geschossen. Tatsächlich aber stammt der Satz aber von Matthäus.

4. Der größte Fremdschäm-Moment

Den gab es gleich zu Anfang der Show: Die einzelnen Teams Wilde Maus (Larissa Marolt, Julius Brink und Tänzer Massimo Sinato), Zuckerwatte (Sarah Lombardi, Christopher Posch und Paul Janke), Geisterbahn (Moderator Nils Bokelberg, Dschungelkönig Joey Heindle und Gülcan Kamps) und Hau den Lukas (Moderatorin Panagiota Petridou, Konny Reimann und Detlef Steves) liefen nacheinander in das Zirkuszelt, das RTL als Studio diente, ein und riefen ziemlich peinliche Schlachtrufe zu ihren Teamnamen. Ein Beispiel: "Zuckerwatte, Zuckerwatte, hey, hey." Das ließ auf nichts Gutes für den Restabend hoffen – glücklicherweise ging es ab da aber nur noch bergauf.

5. Der größte Gewinner

Das ist nicht das Team Zuckerwatte, sondern mit einem gehörigen Abstand sind das die Sebastianus-Schützen, die die Rheinkirmes jedes Jahr ausrichten. Immer wieder war ihr Logo im Hintergrund zu sehen, es gab jede Menge Luftaufnahmen der leuchtenden Kirmes mit Düsseldorfer Skyline und viele Bilder vom Festplatz. Wer die Rheinkirmes bis dato noch nicht kannte, dürfte das jetzt tun. Perfekte Werbung für das nächste Jahr. Schade ist nur, dass die Show erst jetzt gezeigt worden ist.

Alles in allem hat RTL mit dem neuen Format zwar nicht die Samstagabend-Unterhaltung neu erfunden, allerdings schaffte es die Show mit ihren kreativen Spielen, im Laufe des Abends zu einer Art Mini-Version von "Schlag den Raab" zu avancieren. Nur eben mit blinkendem Kirmeslicht und Lebkuchenherz.

Einige Teile des Konzeptes müssten jedoch überdacht werden: Zum Beispiel spielten die Teams in jedem der zehn Spiele um einen von zehn "starken Männern". Diese sollten die Promis dann in einem finalen elften Spiel auf dem sich drehenden Teufelsrad, ebenfalls ein Kirmes-Klassiker, halten. Das taten sie allerdings nicht wirklich, schon nach wenigen Sekunden waren nur noch die Promis auf dem Rad zu sehen und machten die Sache dann unter sich aus. Das nächste Mal also vielleicht ganz einfach um Punkte spielen.

Was das Moderations-Duo angeht: Sie haben im Fernsehen zusammen ja schon ein bisschen gefehlt. War schön, sie mal wiederzusehen!

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