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Deutschland sucht jetzt "Das Supertalent"
Dieter Bohlen entsetzt über seine TV-Show
Was man über "Supertalent" wissen muss
Was man über "Supertalent" wissen muss FOTO: RTL
Berlin (RPO). Ab Samstagabend wird bei RTL wieder gesucht. Dieses Mal "Das Supertalent". 100.000 Euro kann der Sieger einstreichen, plus die Chance, ganz groß rauszukommen. Dafür scheint manch einer alles zu tun. Jurymitglied Dieter Bohlen war dermaßen geschockt, dass er eine Kandidatin rauswarf, die Show gar abbrechen wollte.

Das sagte Bohlen der "Bild"-Zeitung. Eine 45-jährige Kandidatin aus Herdwangen-Schönach in Baden Württemberg stellte sich ihre acht (!) Monate alte Enkelin auf die ausgestreckte Hand, balanciert mit dem Baby dann auch noch auf einem Bein.

Bohlen ist entsetzt: "Ich konnte da gar nicht hinsehen, es war schrecklich", verriet er dem Boulevardblatt. Er bricht die Aufführung ab, verweist die Großmutter der Bühne.

Nicht weniger schaurig der Auftritt einer Familie aus Gefell in Thüringen. Die beiden Söne (sieben und acht Jahre alt) werden von den Eltern als Fakire auf die Bühne geschickt. Sie müssen sich auf Nagelbretter legen, über Scherben laufen.

Dann der "Höhepunkt": Die beiden müssen eine Leiter aus Messern hochklettern. Das reicht Bohlen, er geht dazwischen. "Kinder gehören auf den Spielplatz, nicht auf die Bühne. Es ist abscheulich, was manche Eltern da machen", empört er sich gegenüber "Bild".

5000 Bewerber

Gemeinsam mit Entertainerin Ruth Moschner und Zirkusdirektor Andre Sarrasani sucht Bohlen ab Samstag (20. Oktober, 20.15 Uhr) "Das Supertalent". Moderiert wird die neue dreiteilige Castingshow von dem ebenfalls DSDS-erfahrenen Marco Schreyl.

Statt bislang unentdeckter Gesangstalente unter 30 durfte sich zu dieser neuen Samstagabendshow jedermann jeglichen Alters und mit allen erdenklichen Showtalenten bewerben. Rund 5000 haben sich nach Angaben von RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer gemeldet. Etwa 150 wurden für die beiden bereits aufgezeichneten Vorauswahlshows ins Berliner Schiller-Theater eingeladen, um sich mit ihren Künsten der Jury zu stellen und so vielleicht als "das größte Unterhaltungstalent des Landes" entdeckt zu werden.

Kunterbunte Mischung

Die Mischung ist wahrlich kunterbunt: Travestiekünstler wechseln sich mit Bauchrednern, tanzenden und singenden Kleinkindern, Opernsängern und Breaktänzern ab, auf eine Hundedressur folgt eine Rhönrad-Performance, ein Hamburger Beatbox-Virtuose konkurriert mit einem Berliner Jojo-Jongleur.

So mancher, der sich hier dem kritischen und nicht selten hämischen Votum der Jury stellt, hat kaum zwei Minuten Zeit, um seine besonderen Talente vorzuführen. Dann haben die Juroren auch schon auf ihren Buzzer gedrückt und damit der jeweiligen Präsentation ein schnelles Ende bereitet - eine Idee, die bereits aus der legendären "Gong Show" mit Götz Alsmann aus den 80er Jahren bekannt ist. Das Sendekonzept zu "Das Supertalent" ist jedoch von der britischen TV-Show "Britain's Got Talent" übernommen und wurde bereits in mehr als 15 Länder von Frankreich ("Incroyable Talent") über Belgien ("Triple E") bis Portugal ("Aqui Há Talento!") adaptiert.

Riesenerfolg in Großbritannien

In Großbritannien erzielt die Show herausragende Zuschauerzahlen. Diesjähriger Gewinner ist der Handy-Verkäufer und Hobbytenor Paul Potts, der nach seinem Sieg im Juni weltweites Interesse auf sich gezogen hat. Er stand mittlerweile mit seinem Debütalbum in fünf Ländern auf drei Kontinenten auf Platz 1 der Verkaufscharts. Im Dezember - das ist Teil der Siegerprämie - wird er in Liverpool im Royal Variety vor der Königin und Mitgliedern der königlichen Familie auftreten.

Das deutsche "Supertalent" hingegen wird mit einer Prämie in Höhe von 100.000 Euro belohnt und darf ebenfalls auf den ganz großen Durchbruch hoffen.

Und so wurde Ruth Mosner bei der Aufzeichnung der Vorrundenkandidaten auch nicht müde, vor den ausgeschiedenen Talenten zu betonen, dass in der Show jemand gesucht werde, "der die Massen bewegt" und "das Zeug dazu hat, bei einer Liveshow das Publikum zu rocken". Rund 50 Teilnehmer haben es in der Vorrunde in die engere Auswahl geschafft. Etwa zehn von ihnen wird die Jury auswählen und ihnen die Chance geben, am 3. November (20.15 Uhr) in der aus Köln übertragenen Liveshow die Publikumgunst für sich zu gewinnen. Der Sieger wird dann nämlich von den Zuschauern mittels Telefonanruf entschieden.

Teil zwei von "Das Supertalent" läuft auf RTL am 27. Oktober um 20.15 Uhr.

Quelle: afp
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