| 12.30 Uhr

Dortmunder "Tatort" im Schnell-Check
Toller Krimi, schreckliches Ende

Szenen aus dem Dortmunder Tatort "Sturm"
Szenen aus dem Dortmunder Tatort "Sturm" FOTO: WDR/Frank Dicks
Düsseldorf. Der Dortmunder "Tatort" vom Montagabend weckte Erinnerungen an den Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz. Dies dürfte mancher Zuschauer als Zumutung empfunden haben. Wer dennoch einschaltete, erlebte einen der besten "Tatorte" der vergangenen Monate. Von Christian Sieben

Worum ging es Zwei Polizisten werden im Streifenwagen erschossen. Kommissar Faber findet in einer Bankfiliale einen deutschen Konvertiten, der im Sprengstoffgürtel große Summen in arabische Länder überweist. Faber findet heraus, dass zwei junge Islamisten den Mann unter Druck setzen. Der wahre Drahtzieher ist jedoch der Sohn des Bankangestellten, der Geld für sein schlecht laufendes Unternehmen braucht. Der Fall nimmt ein dramatisches Ende. Die Islamisten fahren einen Kleintransporter vor die Bank und zünden eine Bombe.

Lohnte sich das Einschalten? Der Sender hatte die Ausstrahlung von "Sturm" verschoben, weil er Erinnerungen an den Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz weckt. Und in der Tat dürften diese Szenen auf manche Zuschauer wie eine Zumutung gewirkt haben. Wer deshalb gar nicht erst eingeschaltet hat, verpasste jedoch einen herausragenden Krimi mit einem wie gewohnt großartigen Jörg Hartmann in seiner Rolle als Kommissar Faber. Obwohl man das schreckliche Ende stets ahnte, fesselte "Sturm" über 90 Minuten.

Gab es auch Szenen zum Schmunzeln? Faber wäre nicht Faber, wenn er nicht auch in dramatischen Situationen schnoddrige Sprüche machen würde. In diesem Fall natürlich über das Thema Terror und Islam. Genau in dem Moment, als dies den Zuschauer anfängt zu nerven, fällt ihm der Bankangestellte in die Parade. "Lassen Sie das jetzt mit den blöden Sprüchen!", schreit er Faber an. Der hört auch tatsächlich auf. Gelungen.

Was war noch bemerkenswert? Es war das letzte Mal, dass wir Fabers Kollege Kossik (Stefan Konarske) im Dortmunder "Tatort" gesehen haben. Beim Versuch, ein junges Mädchen vor den Terroristen zu retten, wurde er gleich mehrmals von Kugeln in die Brust getroffen. Der Schauspieler verlässt das Dortmunder Team auf eigenen Wunsch. Er hat seinen neuen Lebensmittelpunkt in Paris gefunden.

Lohnte sich da Einschalten? Ja. Die Dortmunder "Tatorte" zählen zu den Perlen der Reihe. Der Fall "Sturm" war da keine Ausnahme.

(csi)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dortmunder Tatort Sturm im TV-Check: Toller Krimi mit schrecklichem Ende


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.