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Dortmunder "Tatort" im Schnellcheck
Die vielleicht traurigste Sex-Szene der Krimigeschichte

Dortmunder Tatort „Tollwut“ - die traurigste Sex-Szene der Krimigeschichte
Gleich wird es traurig: Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) zeigt Mitgefühl für ihren Ex-Kollegen und JVA-Arzt Jonas Zander (Thomas Arnold). FOTO: WDR/Thomas Kost
Düsseldorf. Tollwut im Knast, ein Wiedersehen mit dem Erzfeind und eine Liebesnacht aus Mitleid, die völlig schief geht. Der neue Dortmunder Fall "Tollwut" konnte überzeugen, wenn der Zuschauer hin und wieder ein Auge zudrückte. Von Christian Sieben

Darum ging es: Kommissar Faber (Jörg Hartmann) trifft in einem Dortmunder Gefängnis auf seinen Erzfeind Markus Graf (Florian Bartholomäi). In der JVA ist die Tollwut ausgebrochen. Ein albanischer Gangster versucht, die Lage für seine Flucht zu nutzen. Bis zum Ende bleibt unklar, ob Graf, der mutmaßliche Mörder von Fabers Familie, wirklich allein hinter der ganzen Geschichte steckt.     

Was war gut: Obwohl "Tollwut" inhaltlich an einen drei Jahre alten Fall anschließt, konnte der Zuschauer der Handlung bis zum Schluss gut folgen. Wichtig war auch, dass sich der sonst eher autistische Faber um ein besseres Verhältnis zu seinen Kollegen bemüht. Seine kotzbrockige Art konnte dem Zuschauer in den vergangenen Fällen schon etwas auf die Nerven fallen.

Was war eher übertrieben: Über einige Szenen in der JVA musste man sich wundern. Kontrolliert wirklich kein Beamter die Lebensmittellieferungen für eine Gefängnisküche? Und warum darf ein mehrfacher Mörder, der eine lebenslange Strafe verbüßt, in seiner Zelle mit brennbarem Terpentin hantieren?

Was fiel sonst auf: Der Zuschauer bekam die wohl traurigste Sex-Szene der "Tatort"-Geschichte präsentiert. Derart traurig, dass wir sie hier gar nicht nochmal beschreiben wollen. Wer den Krimi gesehen hat, weiß, was wir meinen. Die anderen haben hier jetzt leider Pech gehabt. Oder Glück. 

Was wir über die Tollwut lernten: Viele Infizierte leiden unter Hydrophobie. Weil sie kaum noch schlucken können, versetzt sie schon der Anblick von Wasser in panische Angst. Deshalb reagierte auch der Zellennachbar des verdeckten LKA-Ermittlers so aggressiv auf einen laufenden Wasserhahn. Die gute Nachricht: Wer geimpft ist, kann das Thema gleich wieder vergessen.

Lohnte sich das Einschalten: Dortmunder Fälle lohnen sich immer. Dieser hier auch wieder. Nur ein wenig mehr Lokalkolorit könnte uns der WDR gönnen. Der Fall wurde fast komplett in einem leerstehenden Magdeburger Gefängnis gedreht. Noch nicht mal dem Dortmunder U gönnte man ein Schnittbild. Nur eine Szene spielte in Dortmund – die dann aber immerhin im Stadion Rote Erde. Lothar Emmerich hätte sich gefreut.

(csi)
 
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