| 08.17 Uhr

Berlin
Drama im Tessiner Bergdorf

Berlin. Arte zeigt heute den Film "Die Schwarzen Brüder", in dem ein Junge zur harten Arbeit gezwungen wird.

Das Idyll könnte nicht perfekter sein im Tessiner Bergdorf Sonogno Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Wildbach rauscht, die Wildblumen blühen, und am klaren Himmel strahlt die Sonne. So romantisch beginnt der Film "Die Schwarzen Brüder". Aber mit der Romantik ist es bald vorbei.

Der 14-jährige Giorgio (Fynn Henkel) lebt zwar in armen, aber doch glücklichen Verhältnissen. Schließlich wird seine Mutter (Sabine Timoteo) durch einen Unfall schwer verletzt. Da taucht Antonio Luini (Moritz Bleibtreu) auf. Er bietet Giorgios Vater (Leonardo Nigro) viel Geld, mit dem er einen Arzt bezahlen könnte. Luini möchte im Gegenzug den Jungen, um mit ihm Geld zu verdienen. Schweren Herzens wird Giorgio wie ein Stück Vieh an ihn verkauft. Nach seiner Ankunft in Mailand werden er und ein Leidensgenosse an einen Kaminfegermeister vermittelt, für den sie künftig als "Spazzacamini" arbeiten müssen. Das bedeutet, dass sie als lebendiger Besen in heiße Kamine steigen müssen, um sie mit bloßen Händen vom Ruß zu befreien. Die Kaminfegerjungen gründen heimlich den Bund der "Schwarzen Brüder" und planen - mit der Hilfe von Pater Roberto (Richy Müller) - schließlich die Flucht zurück ins Kanton Tessin.

Unter der Regie von Xavier Koller (71, Oscar für "Reise der Hoffnung", 1991) entstand ein Abenteuerfilm für die ganze Familie. Er basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuchklassiker von Lisa Tetzner, der 1941 erschien, und hält sich ziemlich genau an die Vorlage. Das Geschehen dreht sich um Werte wie Aufrichtigkeit, Freundschaft und Zusammenhalt. Doch leider packt es den Zuschauer nicht so recht. Das liegt vor allem an der Synchronisation der deutsch-italienisch-schweizerischen Koproduktion, aber auch an den zumeist jungen Schauspielern, die doch ziemlich hölzern agieren und ihre Texte mehr aufsagen als spielen. Allein Fynn Henkel ("Tiere bis unters Dach") vermag hier zu überzeugen. Am Ende kehrt Giorgio in die Heimat zurück und damit in das anfängliche Idyll. Fazit: Ein teilweise allzu plakativer, insgesamt aber doch unterhaltsamer Film, der dem Zuschauer wahrlich finstere Zeiten vor Augen führt.

"Die Schwarzen Brüder", Arte, 20.15 Uhr

(dpa)
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