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"Die geliebten Schwestern"
Dreiecksbeziehung mit Schiller

München. Mit "Die geliebten Schwestern" zeigt Arte heute den deutschen Beitrag für die Oscars 2015.

Das ambitionierte Werk "Die geliebten Schwestern" von Regisseur Dominik Graf hatte keinen leichten Stand. Als der Film Mitte 2014 in die Kinos kam, interessierten sich nur rund 120.000 Zuschauer dafür - keine überragende Bilanz. Beim Rennen um den Auslands-Oscar blieb der Film in der Vorauswahl auf der Strecke. Beiträge aus 83 Ländern waren einfach zu viel Konkurrenz. Auch bei seiner TV-Ausstrahlung auf Arte wird es dem Streifen nicht leicht gemacht, denn im ZDF und auf Sat.1 sind ab 21 Uhr gleich zwei Vorrundenspiele der EM zu sehen.

Die Handlung: Der aufsässige "Räuber"-Autor Friedrich Schiller liebt die adeligen Geschwister Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld. Und die beschließen, ihre Zuneigung zu dem Dichter auszuleben und beginnen eine gefährliche Liebschaft zu dritt. Doch wie lässt sich in solch einem fragilen Liebesdreieck die emotionale Balance halten?

Bei der Berlinale 2014 feierte Graf die Weltpremiere seines Werks und ließ den Gefühlen freien Lauf. Der mit theatralischen Mitteln inszenierte Kostümfilm, bei dem Graf selbst als Off-Sprecher das Geschehen kommentiert, stieß beim Festivalpublikum auf ein geteiltes Echo. Kunstvoll in Szene gesetzt, prächtig ausgestattet, poetisch und sensibel erzählt, lobten die Liebhaber des Films. Zu lang und zu blutleer, klagten Kritiker.

Graf erzählt in seinem Film eine Liebes-, zugleich aber auch ein Stück deutsche Kulturgeschichte. Die Handlung beginnt im thüringischen Rudolstadt im Sommer 1788. Die adeligen, aber mittellosen Schwestern Caroline (Hannah Herzsprung) und Charlotte (Henriette Confurius) haben sich geschworen, alles zu teilen. Das soll auch für ihre gemeinsame Liebe zu Schiller (Florian Stetter) gelten. Doch der Funke ihrer am Ende tragischen Leidenschaft springt nur schwer auf den Zuschauer über - zu oft wirken die Schauspieler wie Schachbrettfiguren, deren sorgfältig vorgetragene Dialoge man lediglich mit Interesse verfolgt. Das ist schade, denn "die Hauptrolle im Film spielen die Worte", so Graf. "Es geht darum, wie über Gefühle gesprochen und geschrieben wird."

"Die geliebten Schwestern", Arte, 20.15 Uhr

(dpa)
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