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"Stralsund - Schutzlos"
Drogenkartell an der Ostsee

Stralsund. Der neue "Stralsund-Krimi" im ZDF zeigt eine Kommissarin zwischen unklaren Fronten. Von Martina Rathke

Die Farben des Films sind düster. Nahezu unter der gesamten neuen Folge "Schutzlos" des "Stralsund-Krimis" liegt eine bedrohliche Musik. Als nüchtern und ernst wirkende Kommissarin Nina Petersen geht Katharina Wackernagel zum neunten Mal seit 2009 an der Ostsee auf Verbrecherjagd. Polizisten, zu deren Job es gehört, sich zu vertrauen, hegen diesmal Misstrauen gegeneinander. Die Fronten verlaufen mitten durch das Ermittler-Team - und bleiben bis zur letzten Minute im Vagen.

Dieser Stralsund-Krimi ist kein Film voller Action und effektvoller Stunts, eher ein in die Seele der Protagonisten schauendes Psychogramm in einem trüben Ambiente. Worum geht es? Ein Mann wird mit einer Waffe in der Stralsunder Innenstadt entdeckt und festgenommen. Wie sich herausstellt, sind er und seine Familie im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in Stralsund untergetaucht, nachdem seine Frau Tatjana in Frankfurt/Oder zufällig eine Drogenübergabe beobachtet hatte. Die Familie stammt aus Weißrussland. Sie erhofft sich von der Zeugenaussage gegen das seit Jahren in Frankfurt operierende Drogenkartell die ersehnte Anerkennung als politische Flüchtlinge.

Schnell stellt sich heraus: In der Schutzwohnung, in der sich die Familie Komerenko sicher glaubte, war wenige Minuten zuvor ein Polizist erschossen worden. Dies war auch der Grund, warum Familienvater Vitali in Panik auf die Straße gelaufen war. Dennoch richtet sich der Fokus schnell auf die Behörde. Petersen beginnt mit den Ermittlungen und erfährt, dass ihre Kollegen bereits vor sieben Jahren gegen den Drogenboss Pawel ermittelten, dies aber vor ihr verschwiegen.

Wer kann wem vertrauen, wer sagt die Wahrheit? Irritiert und misstrauisch ist nicht nur Petersen. Die Story offenbart Polizisten mit dunklen Seiten und Schuld beladenen Biografien. Wackernagel gibt Petersen eine Melancholie mit, die sich in der Düsternis des Filmes spiegelt. Die Kommissarin wirkt einsam - in einem für sie nicht zu berechnenden Umfeld. In zwei Wochen zeigt das ZDF mit dem Film "Vergeltung" die Fortsetzung um die Verstrickungen von Petersens Kollegen in das Drogenkartell.

"Stralsund - Schutzlos", ZDF, Sa., 20.15 Uhr

(dpa)
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