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Langenfeld
Menderes Bagci geht zu Charity-Gala statt zum Karneval

Dschungelcamp-Gewinner Menderes Bagci: Charity-Gala statt Karneval
Wurde am Samstag von 81,1 Prozent der "Dschungelcamp"-Zuschauer zum RTL-Dschungelkönig gewählt: Menderes Bagci aus Langenfeld. FOTO: RTL
Langenfeld. Am Mittwoch "Stern TV", am Donnerstag die Bottroper Disko "Nina", am Samstag die Charity-Gala "Bunt statt braun" im Berliner "Maritim" - RTL-Dschungelkönig Menderes Bagci (31) aus Langenfeld eilt von einem Auftritt zum nächsten. Von Thomas Gutmann

"Hier bei uns brennt die Luft, darum hat Menderes leider keine Zeit für Karneval", sagte sein Manager Engin Cömert (44) gestern in seinem Berliner Büro. Damit hat sich die Idee von Heike Hochschorner aus Baumberg erledigt: "Mein Vorschlag wäre, Menderes im Karnevalszug auf dem Wagen mitfahren zu lassen", mailte die 70-Jährige auf einen Leseraufruf hin an die RP. "Schade", seufzte die "Dschungelcamp"-Guckerin nun, die den lange verhinderten Pop-Star "nett und natürlich" findet - "vielleicht im nächsten Jahr". Manager Cömert will das nicht ausschließen: Menderes werde seiner Heimatstadt sicher verbunden bleiben.

Fotos: Dschungelcamp 2016: Das große Wiedersehen der Kandidaten FOTO: RTL/Stefan Menne

Die Frage ist aber, ob sich die Langenfelder mit Menderes verbunden fühlen. Der Tenor in den Leserzuschriften jedenfalls ist ziemlich eindeutig: Einen Langenfelder ehren, der jetzt superprominent ist, aber eigentlich nichts supergut kann? Da verstehen viele Langenfelder keinen Spaß. "Es wäre ein absoluter Witz, für den Gewinner eines ekelhaften Gewinnspiels eine öffentliche Ehrung vorzunehmen. Man sollte besser die vielen ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingsszene ehren", schreibt zum Beispiel RP-Leser Hans-Peter Liever.

Im Rathaus rennt er damit offene Türen ein. Bürgermeister Frank Schneider teilte bereits am Montag auf Anfrage mit, für den jetzt bekanntesten Langenfelder noch nicht einmal ein Glückwunsch-Schreiben aufsetzen zu wollen. Auch der städtische Citymanager Jan Christoph Zimmermann mag sich nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, Menderes könnte ein Bühnen-Act sein für ein Langenfeld-Fest: "Zumindest was die von uns federführend organisierten Veranstaltungen wie die Schlemmermeile angeht, passt er nicht wirklich in deren Format."

Dschungelcamp 2017: Diese Kandidaten sind im Gespräch FOTO: dpa, jka sab

Dass der Dschungelkönig und vormalige Casting-Loser bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) kein großer Sänger ist, darin dürften sich die meisten einig sein. Musikschullehrer Berthold Scheuß nötigt es aber nach eigenen Worten Respekt ab, "wie er eisern an einer Idee hängt - auch gegen alle Widerstände". Er, Scheuß, habe mal von RTL das Angebot bekommen, Menderes neben ein wirkliches Gesangstalent aus der Langenfelder Musikschule zu stellen und ihn auf diese Weise vorzuführen. "Das habe ich aber abgelehnt", erzählt der 59-Jährige. Von einer Lizenz zum Singen hält Scheuß gar nichts: "Wenn jemand gerne singt, dann ist es auch gut für ihn, wenn er singt!"

Torsten Schütz (44) vom Langenfelder "Vegantreff" vernimmt es mit Freude, dass Menderes sein Leben auch dank Ernährungsumstellung hin zu vegan und alkoholfrei in den Griff bekommen haben will. "Wir würden uns freuen, wenn er mal zu einem unserer Treffs käme. Die sind an jedem letzten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr in Haus Arndt."

Dschungelcamp: Das machen die Stars heute FOTO: RTL
Quelle: RP
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