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"Dschungel"-Show: Caroline Beil lästert über Mitstreiter
Erst Spinnen für Küblböck- nun Hackattacken für Beil

Düsseldorf (rpo). Daniel Küblböck hat nach seinem Panikanfall im "Terroraquarium" mit Wasserspinnen Pause - vorerst. Statt seiner muss sich nun Lästermaul Caroline Beil Hackattacken im Straußengehege erwehren. Die Landesmedienanstalten prüfen unterdessen die RTL-Dschungel-Show . Dem TV-Sender kann es gal sein, denn die Quote ist top.

Die "Dschungelprüfung" im "Terroraquarium" mit Wasserspinnen und Aalen war für Daniel Küblböck bei der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" einfach zu viel: Nach zehn Sekunden sprang Küblböck geschockt aus dem Wasserbad.

"Nein, Spinnen, das geht nicht", sagte er, als er nach dem Besuch im "Terroraquarium" den wassergefüllten Helm vom Kopf abstreifte. Weil er die Prüfung nicht bestanden hat, gab es im Camp keine Extraportion Abendessen.

Derweil outete sich Caroline Beil (37) als "Dschungel-Schlange": Mit bissigen Worten fiel sie über ihre Mitstreiter her: "Der Daniel ist doch auch auf dem absteigenden Ast. Da war doch seit Superstars nix mehr! Dem Daniel beim Singen zu hören - einige Töne sind ja ganz schön schief. Singen kann er nicht! Mein natürlicher Reflex ist immer Flucht", sagte sie über Daniel Küblböck.

Über Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Susan Stahnke (36) meinte Beil: "Susan ist total ruhig. Die existiert gar nicht. Guck mal die Farbe des Badeanzugs. Gelb zu dieser weißen, schlabbrigen Haut! Die hat echt so was Ältliches, dabei ist die jünger als ich!"

Lästerschlange Beil muss ins Straußengehege

Dies konnten die Zuschauer zuletzt eindrucksvoll bei Caroline Beil verfolgen, als die sonst adrette Moderatorin bitterböse über ihre Camp-Mitbewohner herzog. Offensichtlich hatte die 37-Jährige gedacht, dass ihre Bemerkungen nicht gesendet werden. Doch die Ausstrahlung der "fantastischen" Äußerungen, wie Richter sie bezeichnet, ließ sich RTL nicht nehmen. In den Verträgen mit den Dschungel-Bewohnern sei festgehalten, dass überall gedreht und mitgeschnitten werden dürfe, sagt der Redakteur. Tabu seien nur die Toiletten und Waschkabinen.

Medien munkeln, dass Beil zum "Lästermaul" wurde, um von eigenen Problemen mit ihrem Gatten abzulenken. Sollte das so sein, ist das Vorhaben gründlich misslungen. Am Montagabend entschied das Publikum, dass die ehemalige "Blitz"-Frontfrau sich der nächsten Mutprobe, einer "Hackattacke im Straußengehege", stellen muss. Die Entscheidung sei eine Strafe der Zuschauer für die bösen Bemerkungen, die sie über die anderen Kandidaten gemacht habe, vermutet Richter. Das wisse aber Beil nicht, da die Kandidaten im Camp völlig von der Außenwelt abgeschnitten seien.

Für den Prüfungs-gequälten Küblböck hat sich die Lage jedenfalls - auch dank der RTL-Moderatoren, die offen um eine Schonzeit des Sängers baten - entspannt. Zumindest vorerst gehört nun Beil zu den "Leuten, die die Sendung tragen".

RTL: Nicht "die Katze im Sack gekauft

Bei RTL gibt man sich jedoch gelassen. Die Kandidaten hätten nicht "die Katze im Sack gekauft", sagt der zuständige Medienredakteur Claus Richter. Sie hätten von Anfang an gewusst, worauf sie sich einlassen. Dennoch hätten alle den Vertrag unterzeichnet. Die Schauspielergage, die sie dafür erhalten, dürfte dafür nicht den Ausschlag gegeben haben. Dann schon eher die Suche nach Abenteuer oder der Wunsch nach einem neuen Image, mutmaßt Richter.

Für die Zuschauer liegt der Reiz der Show seiner Einschätzung nach in der Thematisierung von "Phobien, die jeder hat", dem Austragungsort Australien mit all seiner Exotik und im "psychologischen Aspekt", dass sich die vermeintlich bekannten Promis im Camp verändern und ihre "Masken" fallen lassen könnten.

Landesmedienanstalt prüft Dschungel-Show

Die Show hat jetzt auch die Landesmedienanstalten auf den Plan gerufen. Nach der Aquarium-Nummer mit Küblböck entschloss sich die zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt in Hannover, das Thema Mitte Februar in der Gemeinsamen Stelle für Programm und Werbung zur Sprache zu bringen. Dabei entscheiden die Medienwächter, ob die Sendung zu beanstanden ist.

Mit heftiger Kritik reagierte der Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts in Düsseldorf, Jo Groebel, auf diese Zumutungen. "Das sind Methoden, die an Foltermethoden erinnern", sagte er der AP. Küblböck habe gefangen im wassergefüllten Helm "schlicht und einfach Todesangst" im Gesicht gestanden. "Es ist einfach so, dass man schlicht und einfach nicht so mit Menschen umgeht", sagte Groebel. Dass die Stars im Fall, dass die Prüfung verweigert würde, nichts zu essen bekämen, bezeichnete Groebel als erpresserische Methode: "Das ist von der Konstruktion schon ziemlich perfide." Der Medienwissenschaftler sagte, er sei "baff, dass RTL, ein Sender, der sich ein gutes Image aufgebaut hat, so etwas macht".

Wieder Top-Quote für RTL-Dschungelshow

Das Zuschauerinteresse an der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" bleibt ungebrochen. Am Montagabend sahen durchschnittlich 5,48 Millionen Zuschauer wie Sänger Daniel Küblböck seinen Kopf für eine Mutprobe in ein Aquarium mit Wasserspinnen steckte - und schließlich doch aufgab. Der Marktanteil bei der werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen lag bei 48,9 Prozent.

Am Ende der Sendung konnte Küblböck aufatmen. Nach seiner dritten Mutprobe entschieden sich die Zuschauer dafür, dass Moderatorin Caroline Beil sich am Dienstagabend der "Hackattacke im Straußengehege" stellen solle.

 
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