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Berlin
Ex-ZDF-Moderator Herles kritisiert "Dogma der Quote"

Berlin. Der Ex-ZDF-Moderator Wolfgang Herles hat kritisiert, dass bei seinem früheren Arbeitgeber das "Dogma der Quote" eine übergeordnete Rolle spiele. Er habe in der ZDF-Zentrale in Mainz Hunderte Sitzungen erlebt, in denen es nur um Zahlen gegangen sei, sagte Herles der Zeitung "Neues Deutschland". Das ZDF wollte die Aussagen Herles' nicht kommentieren.

Unter dem Deckmantel des Arguments "Das wollen die Leute nicht sehen" gehe die Qualität verloren, sagte Herles dem Blatt. Deswegen wählten die Programmverantwortlichen keine "vernünftigen Themen" mehr. "Da läuft dann Aldi gegen Lidl, aber nicht China gegen Amerika im Pazifik."

Der 66-jährige Herles war 1987 bis 1991 Leiter des Bonner ZDF-Studios und moderierte das Magazin "Bonn direkt". Ab 2000 war er Chef des ZDF-Kulturmagazins "aspekte". Seine Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern formulierte Herles auch in dem Buch "Die Gefallsüchtigen - gegen Konformismus in den Medien und Populismus in der Politik".

(dpa)
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