| 10.39 Uhr

TV-Sendung "Geschickt eingefädelt"
Zoff um den Stoff

Geschickt eingefädelt 2016 mit Inge Szoltysik-Sparrer: Zoff um Stoff
Guido mit den Kellerfalten-Kleidern. FOTO: VOX / Andreas Friese
Düsseldorf. Zwei Näher werden sich bei der Materialauswahl nicht einig. Bei manchen Teilnehmern wittert die Jury großes Potenzial. Die Arbeit eines bestimmten Kandidaten lobt die Jury der TV-Sendung "Geschickt eingefädelt" als Haute Couture. Von Julia Zuew

In der Nähstube fließen die Tränen: Unter den sieben Schneidern gab es auch in der zweiten Woche einen Verlierer. Diesmal schickt die Jury Keno nach Hause, der mit seinen Kreationen im Mittelalter zuhause ist. Bei Guido Maria Kretschmer kann er mit seiner Art punkten: "Du bist eigenwillig, ich mag das", sagt er zu dem Hobbyschneider.

Ebenso bemerkt Kretschmer, dass Keno seine "eigene Welt einarbeitet", seine Entwürfe einen eigenen Charakter haben. Inge Szoltysik-Sparrer jedoch findet, dass an den Arbeiten des 36-Jährigen sichtbar werde, dass ihm manche fachlichen Kenntnisse und routinierte Handgriffe fehlen. Kandidatin Heidi trocknet ihre Tränen, während der blonde Metal-Fan Keno gesteht: "Ich bin trauriger, als ich gedacht hätte, dass ich es sein werde."

Wechsel an der Spitze

Zu den Gewinnern dieser Woche zählt Tanja. Die Aufgabe: Ein tailliertes Kleid mit Kellerfalten. Für ihre Kreation erntet die 39-jährige Kandidatin, die – wie sie selbst sagt – seit über 20 Jahren "dem Nähfieber verfallen" ist, viel Lob von der Jury. "Das Kleid ist sehr attraktiv, und das Muster ist perfekt getroffen", sagt Kretschmar zu dem grau-schwarzen Stück. Auch Inge findet nur lobende Worte für Tanjas Kleid. Sie schafft es damit zur besten Arbeit der Woche – und läuft Julian somit den ersten Rang ab.

Für Julians Arbeiten schwärmt insbesondere der Chef des Ateliers persönlich. Guido Maria Kretschmer gefallen sowohl ein gold-weiß, barock gemustertes Kleid aus der ersten Aufgabe, als auch ein Crop-Top mit Plissee-Rücken sehr gut. Als "virtuos" bezeichnet er Julians Stil, und auch Inge und Gast-Jurorin Nana Kuckuck schließen sich dem Lob an. Guido Maria Kretschmar sieht Julians Stücke in einer Liga mit angesehenen Designerkollektionen und Haute Couture.

Auch für handwerkliche Präzision, saubere Arbeit und glatte Nähte erntet er Lob – auch wenn Inge beim Kleid eine Ecke des Saumes erwischt, die nur mit Nadeln abgesteckt ist und noch nicht fertiggestellt ist. "Pingel-Inge hat zugeschlagen", meint der 18-Jährige. Er nimmt es jedoch locker und mit Humor.

Eine Wackelkandidatin bleibt

Weniger lässig läuft es zwischen ihm und Tatjana. Der gold-bestickte Stoff gefällt nicht nur Julian ziemlich gut – auch Tatjana hat bereits das gute Tuch im Blick. Sie tritt das Gewand widerwillig an ihren Rivalen ab. Anschließend geht ihr Kleid ziemlich in die Hose – für Jurorin Inge Szoltysik-Sparrer ist es ein "Teil für die Tonne". Zu schlecht verarbeitet, unvollständig, rundum nicht überzeugend.

Neben Keno, der sich letztendlich verabschiedet, ist die 59-jährige Russin eine Wackelkandidatin. "Sie verzettelt sich schon wieder", sagt Guido Maria Kretschmer, während Tatjana im Bild eine Idee nach der anderen überwirft, alle erdenklichen Stoffkombinationen ausprobiert – und wieder über den Haufen wirft. Doch mit ihrer Plissee-Kreation aus der zweiten Aufgabe rettet sie sich in die nächste Runde.

Auch die 68-jährige Heidi darf in die nächste Runde einziehen, trotz eines "gewöhnungsbedürftigen Materialmixes" in ihrem schwarz-mint-farbenen Oberteil, wie Inge Szoltysik-Sparrer empfindet.

Anerkennung gibt es bei der zweiten Runde für Anika. "Du hast dich in der Zeit, seit du hier bist, schon ganz schön weiterentwickelt", sagt Inge Szoltysik-Sparrer. Ihr rosafarbenes Oberteil, dass vorne mit schlichten Formen, hinten jedoch mit einem schwingenden, luftigen Akzent aus Plissee versehen ist, punktet bei der Jury. Kretschmar findet es "ganz, ganz niedlich" und hat nur geringe Verbesserungsvorschläge anzumerken.

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