| 11.31 Uhr

Guido Maria Kretschmers Näh-Sendung
Kraftloser Start von "Geschickt eingefädelt"

Fotos: Das ist "Geschickt eingefädelt" von Guido Maria Kretschmer
Fotos: Das ist "Geschickt eingefädelt" von Guido Maria Kretschmer FOTO: VOX/Frank P. Wartenberg
Düsseldorf. TV-Designer Guido Maria Kretschmer hat eine neue Show auf Vox. Alle lieben Guido, und Guido liebt irgendwie auch immer alle. Doch alle haben Angst vor Inge. Und Vox sollte Angst vor einer schlechten Quote haben. Denn ein bisschen kraftlos ist "Geschickt eingefädelt" schon. Von Lisa Kreuzmann

Es hätte alles so schön werden können. Deutschland ist im Handarbeitsfieber, sagt Designer Guido Maria Kretschmer alias "der Guido" zu Beginn seiner neuen Schneider-Schau auf Vox. Selbstgemacht ist das neue Statussymbol. Und so wird "Geschickt eingefädelt" selbstverständlich von DaWanda gesponsert – dem Internetportal für den Verkauf von Handarbeit. Doch die ersehnte Kurzweile tritt leider nur sehr kurzweilig auf. Und zwar nur dann, wenn Guido tut, was er am besten kann: kommentieren.

Doch von vorn: In der Show treten acht Hobbyschneider in sechs Folgen gegeneinander an. In jeder Show müssen sie zwei Aufgaben bewältigen: Nähkunst und Kreativität beweisen. Am Ende jeder Show fliegt ein Kandidat raus. Dieses Mal trifft es Katja alias "einmal Manga, immer Manga", sagt Guido. Denn sie hat zu viel gelb gewählt. Das wird die FDP zwar freuen, mutmaßt Guido, doch Inge Szoltysik-Sparrer alias Inge hat eine "Gelbsperre" und Katja schlampig genäht.

Nähen boomt FOTO: Hans-Juergen Bauer

Inge Szoltysik-Sparrer ist Jurorin bei "Geschickt eingefädelt", ansonsten ist sie Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks und als solche ganz schön streng. Während Guido der zweiten Dame in der Jury, Designerin Anke Müller, zu Anfang ein "gutes Herz" manifestiert, bleibt die Eigenschaftsbeschreibung bei Inge Szoltysik-Sparrer einfach aus. Im Laufe der Show weiß man dann warum.

Die erste Aufgabe der Schau war es, einen "Pencil skirt" zu nähen. Man kann dazu auch Bleistiftrock sagen. Alle acht Kandidaten sollten nach einem vorgegebenen Muster einen solchen "sexy" Rock nähen. Nur nicht Frank, der machte auf Punk. Frank ist deshalb jetzt schon Guidos Liebling, weil er einfach mal drauf los stochert: "Der denkt sich, ach – kariert fand ich schon immer gut, das haben wir auch als Küchenhandtuch zu Hause", analysiert Guido das Werk des 41-jährigen Unternehmensberaters, der gerne näht.

Fotos: Guido Maria Kretschmer – Mode-Designer und Shopping-Queen-Ikone FOTO: dpa, jka kde

Und der interpretiert den "sexy Pencil skirt" nun mal in kariertem Jersey. Inge hat dafür wenig Verständnis. Guido, einfühlsam wie immer, nennt Frank liebevoll einen "Textilterroristen", von dem selbst er noch etwas lernen könne. Und auch den jungen Florian hat Guido schon lieb gewonnen: "Bisschen kopflos, die kleine Maus." Piep, Piep, Piep, Guido hat euch lieb.

In der Kreativaufgabe waren die Frauen in der Runde, dann leider auch nicht so erfolgreich. Ein Herrenhemd sollte in ein schrilles Partyoberteil verwandelt werden. Das heißt dann "Upstyling""; groß im Trend, sagt Guido. Doch die Ladies Meike und Ella schneiderten sich laut Jury mehr in Richtung Bullerbü und Frau Antje, als auf die Tanzfläche.

Wie würde Guido dazu sagen: Eine Frau, die das anzieht, kann am Abend nichts mehr vorhaben. Und ebenso mag es den Zuschauern von "Geschickt eingefädelt" gegangen sein. Zwickt nicht, schickt aber auch nicht.

 

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Geschickt eingefädelt: Kraftloser Start mit Guido Maria Kretschmer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.