| 11.11 Uhr

TV-Sendung „Geschickt eingefädelt“
Rennpferde an den Nähmaschinen

"Geschickt eingefädelt": Bilder der dritten Folge
"Geschickt eingefädelt": Bilder der dritten Folge FOTO: VOX / Andreas Friese
Düsseldorf. Die sechs Schneider bei "Geschickt eingefädelt" müssen Teamgeist beweisen. Dabei bleibt eine Kandidatin auf der Strecke, die gern auf einem Rennpferd sitzen und zu Doktor Schiwago reiten würde. Von Verena Kensbock

Die dritte Woche von "Geschickt eingefädelt" startet mit einer Aufgabe, an denen die meisten schon in der Schule scheitern: Teamarbeit. Getreu dem Wochenmotto "Mix" werden nicht nur Stoffe, sondern auch die restlichen sechs Kandidaten zusammengewürfelt. Bei der Technik-Aufgabe müssen die Zweierteams ihre Nähkunst beweisen: Alle schneidern nach demselben Schnittmuster einen Rock und eine Bluse. Vier Stunden Zeit, an die Nähmaschinen, fertig, los.

Teamarbeit bereitet Kandidaten Probleme

Das Damen-Team Tanja und Heidi macht sich an die Schnittmuster und schreit empört: "Die Bluse nähe ich nicht, die ist ja hässlich." Da kann auch ein stylischer Stoff nichts retten, meint Rentnerin Heidi. Was stylisch ist, ist allerdings Geschmackssache und Designer Guido Maria Kretschmer ahnt Böses, als Heidi vor dem Regal mit den Stoffbahnen steht. Das taubenblaue Gewebe lobt er trotzdem – denn so sah auch sein Konfirmationsanzug aus.

Meisterschneiderin und Jurorin Inge Szoltysik-Sparrer sieht das anders: Die Mischung aus geblümter Bluse und hellblauem Jeansrock erinnert sie an "Gartentischdecke und Trockentuch". Dennoch räumt das Team den Sieg für diese Aufgabe ab. Ganz harmonisch bleibt es bei dem jüngsten Pärchen Anika und Felix, die sich gerne gegenseitig "Schatz" nennen. Trotz ihres jungen Alters schneidern die "fröhlichen Tupfenkinder" den wohl biedersten Entwurf zusammen: eine gepunktete Bluse und einen rosafarbenen Rock.

Kreativ-Aufgabe: Upcycling

Ganz anders läuft es bei der Chaos-Kooperation von Julian und Tatjana. "Tatjana hat heute Sprechverbot", kündigt Julian sofort an, weil er fürchtet, seine aufgezwungene Partnerin könnte trödeln. Und er soll Recht behalten. In den letzten 30 Minuten hat die Bluse weder Ärmel noch Knöpfe. Das bedeutet: letzter Platz bei der Technik-Aufgabe. "Du kannst aus einem russischen Shetlandpony kein Rennpferd machen", kommentiert die Jurorin trocken. Tatjana nimmt es mit Humor: "Morgen versuche ich, wenigstens auf dem Rennpferd zu sitzen, wenn ich schon keines bin." 

Am zweiten Tag hat Tatjana die Chance, das Ruder mit der Kreativ-Aufgabe "Upcycling" rumzureißen. Aus einem altem Strickteil sollen die tapferen Schneiderlein etwas Neues zaubern. Die Kandidaten dürfen sich wie im Sommerschlussverkauf ihre Materialien am Grabbeltisch zusammensuchen. Und wie im echten Leben ist auch hier das Angebot nur wenig berauschend.

Die Ergebnisse sind größtenteils untragbar

Was dabei herauskommt, sieht ziemlich untragbar aus – zumindest in diesem Jahrhundert und in diesen Breitengraden. Anika schneidert einen überdimensionierten Winterpullover, der laut Jury im gesunden Mittelfeld liegt. Tanja verbindet pinken Strick mit Pailletten zu einem Kleid, das auch in ihrem Kostümverleih hängen könnte. Heidi näht ein Pulloverkleid, das Guido tragen würde, wenn er "eine Frau wäre und in Lappland leben würde". Und Felix kreiert einen Rock mit Einblick auf den Schlüpfer – perfekt für Bauarbeiter, findet Meisterschneiderin Inge Szoltysik-Sparrer.

Nur Tatjana ist von Anfang an hin und weg: "Der Pullover hat mich angeguckt, als würden wir uns kennen." Und zwar aus dem Film Doktor Schiwago, sagt sie und schneidert ein bunt zusammengewürfeltes Cape mit Stehkragen, das die Jurorin an einen russischen Friseursalon erinnert. Das bedeutet für Tatjana das Aus bei der Sendung. Julian hingegen räumt ab mit dem einzig tragbaren Kleid. Aus einer schwarzen Glitzerstrickjacke und Wildseide schafft er ein schlichtes Abendkleid mit tiefem Ausschnitt und langem Rock – und zum zweiten Mal das Meisterstück der Woche.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

„Geschickt eingefädelt“: Rennpferde an den Nähmaschinen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.