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"Germany's next Topmodel"
Heiß-heiß-Heidi

Germany's Next Topmodel: Farb-Shooting mit Male-Model
Germany's Next Topmodel: Farb-Shooting mit Male-Model FOTO: Foto: © ProSieben/Micah Smith
Los Angeles. Die Klum trotzt den Mädchen beim Fotoshooting hitzige Gesichter ab, Pöbelfotograf Rankin enttarnt Pferdegesichter und Füße werden angecrackt – ein ganz normaler Abend bei den Modelausbildern. Von Anja Rützel

In Folge 6 von "Germany's Next Topmodel" kam es zu einem Entscheidungswalk, den man ganz wunderbar in einer Mittelstufenklausur interpretieren lassen könnte: "Die Kandidatinnen müssen auf dem Laufsteg eine ferngesteuerte Marionette verkörpern, zudem sind alle schrecklich blass – in wiefern kann dies als Metapher für das ganze "Germany's next Topmodel gesehen werden?" Das wäre doch mal eine Aufgabenstellung, für die sich vielleicht auch die überblushten Rotzgören aus der letzten Reihe begeistern könnten.

Rankin lost in Translation

Abgesehen von diesem wohl unfreiwillig selbstironischen Scherz am Ende gab es diese Woche eine Folge mit klassischen, durchaus lieb gewonnenen Traditions-Elementen des Formats. Man freut sich ja doch immer ein bisschen, wenn bei den Fotoshootings altbekannte Fotografen aus den vorherigen Staffeln wieder auftauchen. Dieses Mal war der kleine, knubbelige Rankin dran, dessen höchst direkte, britisch schickprollige Art für den Englisch-Übersetzungsdienst von GNTM wohl etwas zu ungehobelt war.

"You look like a horse", beschied er einer Kandidatin, doch statt der vorgeworfenen Pferdegesichtigkeit war in den deutschen Untertiteln eine deutlich lahmere Interpretation zu lesen: "Du guckst wie ein Auto." Andere Sätze wurden ebenfalls schludrigst oder schlicht falsch übersetzt – Rankin sagt "Sie strengt sich echt an", in der GNTM-Übersetzung wird daraus "Sehr durchtrainiert!". Das üben wir noch mal.

Bei Heidi Klum bricht die Hitze aus

Außerdem sollte jemand Heidi Klum zum nächsten Anlass dringend mal ein Synonymlexikon schenken, denn ihre Adjektivkenntnis scheint doch recht eingeschränkt, wenn es darum geht, bei einem Fotoshooting mögliche Gesichtsausdrücke zu beschreiben.

Als Accessoire diente der ersten Gruppe nämlich ein halbnacktes Männermodel, dessen Sechs- bis Achtpack die Klum schon zuvor inspiziert hatte wie der Tüv-Kontrolleur eine alte Nuckelpinne. Beim Shooting wollte sie dann nur das eine: Richtig heiße Hitze! "Einen heißen Gesichtsausdruck machste!" – "Sieht heiß aus!" – "Das ist dein Typ, ihr seid richtig heiß miteinander!" – "Ein bisschen heißer!" – Fotograf: Küss ihn!", Klum: "Aber heiß!"

Ernstfälle und Extremsituationen

Erholsam für den Zuschauer, dass die nächsten Mädelsgruppen nicht mit dem Muskelbauchtypen, sondern mit gelben Gummibällen und grünen Rollerskates fotografiert wurden. Dann steht ein Laufstegtraining mit Winnie Harlow an, ehemals selbst Kandidatin bei "America's Next "Topmodel", die nach ihrem Rausschmiss durch ihr ungewöhnliches Aussehen – das dunkelhäutige Model hat einige deutlich sichtbare pigmentfreie Stellen an ihrem Körper – den großen Durchbruch schaffte. "Wir haben überlegt, den Ernstfall zu trainieren", sagt Model-Mentor Thomas Hayo, doch statt praktischer Erdbeben-Posen und sinnvollem Verhalten in einer Lockerschneelawine wird dann doch nur geübt, in zu großen, zu kleinen und sinnlos hohen Schuhen zu gehen.

Diese Extremsituation fordert prompt ihr Opfer: Eine Kandidatin strauchelt, schlingert, kommt schließlich ungut zu Fall und muss mit schmerzendem Knöchel ins Krankenhaus. Am Ende ist aber nur ein Zeh gebrochen, beziehungsweise: "angecrackt", wie es in GNTM-Terminologie heißt, obwohl dieser Fachbegriff eher zu einem gelegentlichen Drogennutzer passen würde.

Am Ende müssen nach der Marionettenshow Christin und leider auch Trotzköpfchen Yusra gehen, die beim Fotoshooting noch einmal sensationell lustlos in der Landschaft stand. "Sie hat BA", hatte Model-Coach Michael Michalsky vor ihrem Rauswurf noch dem Promigast Winnie Harlow anvertraut – allerdings steht BA im Model-Kontext leider nicht für einen soliden Bachelor-Abschluss an der Uni, sondern für "bad attitude", eine schlechte Einstellung also. Wieder was gelernt.

Mehr zu "Germany's Next Topmodel" lesen Sie in unserem Dossier.  

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