| 06.16 Uhr

"Germany’s next Topmodel"
Honey gockelt sich durch die Modelvilla

Düsseldorf. Honey im Höschen – ein Anblick, den es ausnahmsweise mal zu genießen galt, denn der Grausefreund von "Germany's Next Topmodel"-Kandidat Kim wurde mittlerweile abserviert. Zuerst aber durfte er noch tüchtig Schaum schlagen. Von Anja Rützel

Was für ein schönes, erholsames Gefühl das ist, wenn man bei all den Unwägbarkeiten des Lebens den Geschehnissen ausnahmsweise mal ein paar Trippelschritte voraus ist. Und zum Beispiel schon viel mehr weiß als die noch verbliebene Kandidatinnenschar von GNTM, während man sie behaglich zurückgelehnt dabei beobachtet, wie sie in der aktuellen Folge unter den selbstverliebten Kapriolen von Honey leiden, Kims immer noch allseits ungeliebten Freundes, Entschuldigung: Boyfriends, wie das in dieser Sendung natürlich heißt. 

Denn inzwischen hat Honey längst ausgegockelt, wie er in einem unnachahmlich egozentrischen Trennungsvideo (gefilmt mit mehreren Kameras aus verschiedenen Perspektiven) vor ein paar Tagen auf Instagram vermeldete: Alles aus mit ihm und Kim! Also sah man ihm zur Abwechslung nicht mit immer weiter anschwellendem Hasskamm, sondern höchst amüsiert dabei zu, wie er den Freundesbesuch in der L.A.-Modelvilla zur Eigenpromotion nutzte: Honey macht halbnackend Frühsport im knappen Höschen, Honey betätigt röhrend den Proteinshake-Mixer, während sich alle anderen unterhalten wollen, Honey bringt den restlichen Freunden und Verwandten bei, wie man sich vor der Kamera zum Dämlack macht. Herrlich.

Bei den Models geht es derweil ein letztes Mal ans richtig Eingemachte: Zwei große Jobs sind in jeder Staffel traditionell zu vergeben, ein Werbespot für einen Autohersteller und eine Kampagne für einen Rasierer-Produzenten, und nun war also der beinzentrierte letztere Job zu vergeben. Dazu wurden die Mädchen in eine Castingsituation geschubst, wie sie auch professionelle Models tagtäglich beziehungsweise niemals erleben: Sie mussten unter Wasser an einer Poledance-Stange posen. Mit dem späteren, echten Shooting hatte diese bizarre Übung selbstverständlich rein gar nichts zu tun.

Ein bisschen schade, dass bei den Plantschereien mit einem ungeschriebenen GNTM-Gesetz gebrochen wird: Eigentlich gibt es in jeder Staffel eine Wasserhasserin, die in ärgste Zustände verfällt, sobald sie ihren Kopf unter Wasser tunken soll. Dieses Mal aber tauchen alle munter wie die Fischlein, und gemäß dem immerwährenden GNTM-Algorithmus bekommt nun absehbarerweise endlich Fata den lang ersehnten, stets verweigerten Zuschlag.

Sehnsucht nach Rindswurst

Das Shooting der Woche ist dann eine putzige Angelegenheit: Die Kandidatinnen posieren zusammen mir ihren Freunden oder Familienmitgliedern. Selbst die gestrenge Heidi Klum verfällt da in gerührtes Plusquamperfekt, wenn Taynara ganz innig mit ihrem Vater tanzt und Elena C und ihr Freund Sam sich possierlich aneinander schmiegen. Für Kim und Honey hat man sich ulkigerweise ein Setting ausgedacht, dass eine schöne Metapher für seine ständige Schaumschlägerei abgibt: Sie sitzen zusammen in einer Wanne voller Seifenflaumberge. 

Beim Entscheidungswalk müssen die Modeletten dann endlich einmal nicht als futuristische Göttinnen oder verunglückte Avantgardeschnepfen über den Laufsteg schreiten, sondern als Alice im Wunderland über eine volldekorierte Teegesellschaftstafel staksen – mit viel Paradauz, denn zwangsläufig geht dabei einiges an Geschirr zu Bruch.

Leider kam erneut nicht der erlösende Rauswurf für Lara, die diesem Moment schließlich schon seit einigen Wackelfolgen immer serientodessehnsüchtiger entgegenbangt, statt dessen flog Elena (ohne C). Alle anderen rangeln nächste Woche im Halbfinale miteinander. Auch Taynara, obwohl die ihrem Papa beim Abschied einen besonders rührenden Wunsch für ihre baldige Heimkehr zuflüsterte: "Ich möchte dann zuhause eine Rindswurst."

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