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Berlin
Götz George in seiner letzten Rolle

Berlin. Der im Juni gestorbene Schauspieler ist im Drama "Böse Wetter" als mürrischer Minenchef zu sehen. Von Klaus Braeuer

In der Vergangenheit - zumal an einer unrühmlichen - sollte in der Regel besser nicht gewühlt werden. Erst recht, wenn sie tief unten in einem Bergwerksstollen ruht. Das kann das TV-Publikum nun sehr anschaulich verfolgen in dem Drama "Böse Wetter", in dem Götz George in seiner letzten TV-Rolle zu sehen ist. Er starb am 19. Juni 2016 im Alter von 77 Jahren.

Das Geschehen spielt an der früheren deutsch-deutschen Grenze im Harz, genauer in Buchenrode. Der Berliner Geophysiker Leonard Gehra (Matthias Koeberlin) stammt von dort und besucht nun seine Mutter Ilona (Gudrun Landgrebe). In Wahrheit soll er mithelfen, die vor der Schließung stehende Mine von Friedrich Türnitz (Götz George) zu retten. Der poltrige, aber auch opportunistische Mann hält nichts von der Idee seiner Mitarbeiterin Kathrin Renneberg (Catherine Bode), mit Gehras neuem High-Tech-Roboter in den lange stillgelegten Schächten nach Silber zu suchen.

Vor allem will er verhindern, dass irgendjemand in einen seit Jahrzehnten gesperrten Stollen eindringt. Denn genau dort war 1978 zu DDR-Zeiten angeblich sein Vater ums Leben gekommen. Dessen Grab ist mittlerweile eingeebnet, und allmählich merkt Gehra, dass an der damaligen Geschichte so einiges nicht stimmen kann.

Regisseur Johannes Grieser zeigt schöne und stimmungsvolle Bilder aus dem Harz. Sein atmosphärisch dichter Film wirkt eher leise im Hintergrund, denn er handelt von alten Wunden der deutschen Teilung, die jetzt wieder aufbrechen - bis hin zur Stasi-Mitarbeit und Republikflucht. Und von persönlichen Verletzungen, Schuldgefühlen, Lebenslügen und einer gewissen Sprachlosigkeit. Ganz vorne an steht jedoch der drohende Verlust eines Lebenswerkes.

Götz George überzeugt in seiner bekannten gehetzt wirkenden und kurzatmigen Art in der eher bescheidenen Rolle als mürrischer Patriarch. Im Film gibt es am Ende auch einige Abschiede, die allerdings nicht endgültig sind, sondern vielmehr der Beginn von etwas Neuem - passend zum Tag der Deutschen Einheit.

"Böse Wetter - Geheimnis der Vergangenheit", Mo., Das Erste, 20.15 Uhr

(dpa)
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