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ZDF-Sendung
Hannes Jaenickes ist im Einsatz für Delfine und Orkas

Hannes Jaenickes macht sich für den Schutz von Delfinen stark
Schauspieler Hannes Jaenicke setzt sich für die Meeresbewohner ein. FOTO: ZDF und Markus Strobel
Mainz . Hannes Jaenickes Leidenschaft gilt bedrohten Tierarten und dem Einsatz für die Umwelt. Seine aktuelle Reportage widmet der 56-jährige Künstler den Delfinen und Orkas.

Flipper und "Free Willy" prägten das Image von Delfinen und Orkas, die Millionen Touristen regelmäßig an den Küsten der Weltmeere beobachten und die in Aquarien ein Besuchermagnet sind. Doch die frei lebenden Populationen sind durch menschliche Einflüsse bedroht. Die faszinierenden Tiere porträtiert Hannes Jaenicke im achten Teil seiner Reportagereihe "Im Einsatz für...".

Der Schauspieler begleitet die Naturwissenschaftler Angela Ziltener und Ken Balcomb bei ihrer Arbeit mit den Meeresbewohnern. Gemeinsam beschreiben sie die Sozialstrukturen der Delfine, die untereinander kommunizieren, spielen, sich lieben und trauern, und der Killerwale. Sie benennen die Gefährdungen der Herden durch die Aktivitäten des Menschen und stellen Projekte zur Rettung der Meeresgiganten vor. 

Die Reportagereihe zeigt Wirkung 

Zehn Fakten über Delfine FOTO: Ricardo Canino/shutterstock.com

Das Engagement von Jaenicke zeigt Wirkung. Aus den Regalen vieler deutscher Supermarktketten verschwanden nach der Ausstrahlung von Jaenickes Film über die Bedrohung der Hai-Bestände im Jahr 2009 Produkte wie die Haifischflossensuppe. Umweltschutzorganisation werben heute mit dem Filmmaterial in den Pazifik-Anrainerstaaten für das Ende der Jagd auf die Meerestiere.

"Der Schutz der Elefanten ist wegen der Wilderei und der Nachfrage nach Elfenbein schwieriger", räumt Jaenicke ein. Und noch immer gingen rund 60.000 Deutsche in den afrikanischen Savannen auf Großwildjagd. Doch der Tierschützer hofft auf weiteren Bewusstseinswandel durch seine Reportagen, die weltweit mit Preisen geehrt wurden.

Jaenicke ist mehr als das Gesicht der Sendung. "Ich bin der Erste, der mit der Recherche anfängt, meine Firma schlägt dem ZDF die Themen vor." Die Delfine standen schon lange ganz oben auf der Liste. Von seinem Haus in der Bucht von Santa Monica vor der kalifornischen Küste kann Jaenicke die Tiere oft beobachten. "Wir entscheiden nach Dringlichkeit. Orkas und Delfinen wollten wir schon vor Jahren einen Film widmen, aber dann geriet die Elfenbeinjagd in die Schlagzeilen, so dass wir Elefanten vorgezogen haben."

Pottwale verenden im Wattenmeer FOTO: dpa, chc hpl

Menschen haben großen Einfluss auf das Leben der Delfine 

Das Leben der Meeressäuger ist vom Fischfang mit Schleppnetzen, der Verschmutzung der Meere und vor allem vom Lärm durch menschliche Aktivitäten bedroht. Im vergangenen Jahrhundert störten die Sonartöne der Marine den feinen Orientierungssinn der Delfine, heute ist es die Suche nach Öl- und Gasvorkommen. "Der Gehörgang der Tiere wird durch die Explosionen geschädigt. Wenn es das Leittier trifft, führt es die gesamte Herde in die Katastrophe", erklärt Jaenicke.

Einen der größten Skandale lässt er in seinem Film bewusst aus. In der japanischen Taiji-Bucht werden Tausende Delfine jedes Jahr kaltblütig abgeschlachtet, was der Oscar-gekrönte Dokumentarfilm "Die Bucht" von Louie Psihoyos 2009 erstmals zeigte. "Der Film hat für große Furore gesorgt, deshalb haben wir Taji ausgelassen", sagt Jaenicke. "Obwohl sich nichts verändert hat. Die Delfin-Jäger sind zwei Jahre in eine andere Bucht gezogen. Jetzt sind sie wieder zurück. Wie sich insgesamt wenig an den 'Traditionen' verändert. Die Isländer, Norweger und Japaner jagen nach wie vor Wale."

"Lonely Planet": Die Top Ten der schönsten Reiseregionen FOTO: Shutterstock.com/ Gaspar Janos

Hannes Jeanicke isst weder Fleisch noch Fisch 

Jaenicke sind die Filme eine Herzensangelegenheit. "Die Latte liegt extrem hoch, einen technisch hochwertigen Film abzuliefern. Den Luxus können wir uns leisten, weil wir nicht von den Einnahmen leben müssen." Auch privat hat der Schauspieler, der in Naturwissenschaften in der Schule nach eigenen Angaben eine Niete war, sein Leben umgestellt: Er ist Vegetarier und Teil-Veganer.

"Wir zeigen mit dem Finger gerne auf die Afrikaner, gleichzeitig scheren wir uns wenig um das Tierwohl in der heimischen Landwirtschaft", sagt der deutsche Star. "Und wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit unserem Verhalten die Tiere in anderen Kontinenten töten. Der gesamte Plastikmüll sammelt sich im Ozean, der Regenwald wird für unser billiges Papier und die Teakholzmöbel in unseren Gärten abgeholzt. Es ist unser Konsumverhalten, dass das Leben der Tiere bedroht."

Das ZDF strahlt den Film am Dienstag, 2. August, um 22.15 Uhr aus.

(kna/jeku)
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