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München
Hebamme wieder auf Mörderjagd

München. Josefine Preuß sieht sich als Hebamme Gesa einem schlimmen Verdacht ausgesetzt. Von Martina Stöcker

Ein Löffelchen beruhigendes Laudanum für die Patientin, und schon greift Professor Gottschalk (Bernhard Schir), Dekan der medizinischen Fakultät am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, zu einer langen Nadel und stößt sie seiner schwindsüchtigen Tochter Luise (Genija Rykova) zwischen die Rippen. So soll der erkrankte Lungenflügel kollabieren und heilen. Sogar einige Medizinstudenten schließen angesichts der peinigenden Therapie vor Schreck die Augen, nur Hebamme Gesa (Josefine Preuß) natürlich nicht.

Der Professor wird auf sie aufmerksam, weil sie so hart im Nehmen ist. Und da sie auch mit medizinischem Wissen glänzen kann und zudem seine Nichte ist, lässt er sie als erste Studentin an seiner Fakultät zu. Doch mit dem Studium kommt Gesa nicht so recht voran: Sie verliebt sich in einen Kommilitonen, taucht mit ihm ins Wiener Nachtleben ein und in Opiumhöhlen unter, und dann geschieht eine Mordserie im Prostituiertenmilieu: Die Leichen, denen bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten wurde, werden im Keller der Universität gefunden - und die ehrgeizige Gesa wird verdächtigt.

Der zweite Teil der Hebammen-Verfilmung ist von allem ein bisschen: Liebesschmonzette, Mördersuche, Medizingeschichte - und das alles in Wien zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Blut fließt, die Maden krabbeln, die käuflichen Damen sorgen für die Prise Sex, die in historischen Filmen kurioserweise nie fehlen darf. Dazu gibt es eine kleine Einführung in die krude Therapie des animalischen Magnetismus, bei der ein Fluidum den Körper durchströmt und in Balance hält.

Der erste Teil "Die Hebamme" fuhr eine für Sat.1-Verhältnisse sensationelle Quote ein - verständlich, dass der nicht vom Erfolg verwöhnte Sender dieses Ergebnis wiederholen möchte. Das Strickmuster ist ähnlich: Auch im ersten Teil sah sich die emsige Hebamme mit mehreren Todesfällen konfrontiert. Produzent Oliver Berben und Regisseur Hannu Salonen haben einen Film gemacht, der zwar leidlich unterhält, dem man aber auch nicht allzu viel Bedeutung beimessen muss. Teil drei kommt bestimmt.

"Die Hebamme II", Sat.1, 20.15 Uhr

Quelle: RP
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