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Berlin
"Ein Hotel ist wie das Leben"

Berlin. Mutter und Tochter versuchen, ein Hotel zu leiten - ein Film mit spritzigen Dialogen und Witz. Von Klaus Braeuer

Heidelberg ist eine schöne Stadt, mit Schlossruine, Alter Brücke und Heiliggeistkirche. In Film und Fernsehen wurde sie bislang eher vernachlässigt. Nun aber ist die Universitäts-Stadt Schauplatz der heute startenden Reihe "Hotel Heidelberg - Kramer gegen Kramer".

Die Ausgangslage: Hermine Kramer (Hannelore Hoger) und ihre Tochter Annette Kramer (Ulrike C. Tscharre) leiten ein Hotel. Nun ja, sie versuchen es zumindest. Die Mama als Inhaberin hat zwar einen profunden Zettelkasten samt Wissenswertem über ihre Gäste angelegt, mit denen sie selbige gerne verblüfft, aber sie begibt sich ebenso gerne in eine Pokerhöhle und verspielt das letzte Geld des ohnehin verschuldeten Hotels. Das bringt ihre Tochter als Geschäftsführerin auf die Palme. Deshalb beginnt diese eine Gesprächstherapie bei Dr. Ingolf Muthesius (Christoph Maria Herbst), der manchmal stottert und sich in sie verliebt. Zum Glück ergeht es ihr ähnlich. Derweil erleidet Annettes Vater Günter (Rüdiger Vogler) einen leichten Schlaganfall, kann aber alsbald wieder sprechen - und ihr Bruder Stefan (Stephan Grossmann) hilft ihr beim Kampf mit der Bank.

"Ein Hotel ist wie das Leben: Ein Ort auf Zeit, und wir freuen uns auf ihn", so spricht die junge Frau Kramer ungewohnt direkt zum Zuschauer. "Ein Hotel zu managen, ist so wie sein eigenes Leben zu managen: Man muss sich immer auf Neues einstellen und dann so tun, als hätte man nichts bemerkt." Das mag zwar etwas banal klingen, aber zumeist sind die Dialoge deutlich besser, teilweise sogar richtig spritzig geraten. Vor allem Hannelore Hoger legt Autor Martin Rauhaus so hübsche Sätze wie "Es gehört doch zum Leben, sein eigenes Lied zu singen, und ich singe leidenschaftlich gerne" in den Mund. Es bleibt zu hoffen, dass es mit dem schönen Hotel weitergeht, dann gerne ohne die nervige Klimpermusik von Helmut Zerlett, aber mitsamt den liebenswert gezeichneten Figuren und dem stellenweise skurrilen Witz. Die zweite Folge "Kommen und Gehen" ist am Freitag, 4. März, zu sehen - weitere sind in Planung.

"Hotel Heidelberg - Kramer gegen Kramer", ARD, 20.15 Uhr

(dpa)
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