| 09.11 Uhr

Stefan Mross
"Ich wollte alles hinschmeißen"

Der Moderator spricht über die ARD-Unterhaltungsshow "Immer wieder sonntags". Ab dieser Woche gibt es eine neue Staffel.

Rust Die Unterhaltungsshow "Immer wieder sonntags" im Ersten geht in eine neue Runde, moderiert wird das Open-Air-Spektakel von Stefan Mross. Er kam 1975 im bayerischen Traunstein zur Welt und wurde im zarten Alter von 13 Jahren von TV-Star Karl Moik als Trompetenspieler entdeckt. Mross machte eine steile Karriere als Musiker. Mross war in erster Ehe mit der Schlagersängerin Stefanie Hertel verheiratet, mit der er ein Kind hat. Der 40-Jährige lebt mit seiner zweiten Frau und den beiden gemeinsamen Kindern in Oberbayern.

Herr Mross, Sie moderieren im zwölften Jahr "Immer wieder sonntags". Stimmt es, dass Sie damals ursprünglich absagen wollten?

Mross Ich wollte nicht nur absagen, ich habe sogar abgesagt, und die Unterhaltungschefs sind ziemlich erschrocken. Aber mir hat das Format, so wie es damals war, einfach nicht gefallen. Ich habe denen ins Gesicht gesagt, dass es meines Erachtens eine billige Kopie vom ZDF-"Fernsehgarten" ist und dass wir das Ganze umstellen müssen. Ich habe dann Ideen einbringen dürfen, und so ist ein Konzept entstanden, mit dem ich heute sehr glücklich bin.

Und das ja auch sehr populär ist. Was ist das Erfolgsrezept?

Mross Bei uns wird nicht über Hausapotheke, Gartentipps und Modetrends gesprochen, es ist ein ganz moderner Frühschoppen. Es wird in deutscher Sprache gesungen, das ist ein ganz wichtiger Punkt, das Ganze verbunden mit kurzweiligen Moderationen, Comedy und Sketchen - das kommt sehr gut an bei den Leuten.

Aber holen Sie mit diesem Mix auch jüngere Zuschauer ab?

Mross Das treue Publikum, das sind seit vielen Jahren Leute wie meine Mama. Warum soll ich die vor den Kopf stoßen und verkrampft einen auf jung machen? Nur weil momentan der Trend so ist? Lass den Trend so sein. In anderen Sendungen ist jeder immer nur auf die jungen Zuschauer aus, jeder möchte ein bisschen Andreas Gabalier oder Helene Fischer sein, aber das ist völliger Quatsch, weil das einzigartige Marken sind. Ich habe überhaupt kein Problem mit älteren Zuschauern, im Gegenteil.

Sie müssen in der Show sonntagmorgens auf Knopfdruck gute Laune versprühen. Wie bringen Sie sich in Stimmung?

Mross Das weiß ich selber nicht (lacht). Ich bin eigentlich ein Musiker und als solcher ein Morgenmuffel - spät ins Bett gehen und lang ausschlafen. Aber ich habe Kinder und stehe sowieso jeden Tag um sechs, halb sieben auf. Das hätte ich mir mit 20 nicht vorstellen können, dass ich so früh am Morgen mal völlig fit bin.

Hätten Sie am Anfang im Jahr 2005 eigentlich gedacht, dass Sie so lange bei "Immer wieder sonntags" durchhalten würden?

Mross Die Arbeit ist über den Sommer natürlich schon sehr intensiv, wir senden ja jeden Sonntag live. Damals haben viele Leute gesagt: Dem Mross geben wir maximal fünf Sendungen, und dann ist der Kerl Geschichte. Ich kam ja damals frisch aus dem so genannten Trompetenkrieg heraus...

...das war ein Rechtsstreit um die Frage, ob Sie überhaupt Trompete spielen können und das auf Ihren CDs auch tun...

Mross Genau, das zog sich ja über zwölf Jahre. Ich war damals an einem Punkt, mit der Karriere aufzuhören, ich hatte keinen Bock mehr und wollte alles hinschmeißen. Als ich die Sendung übernehmen durfte, war das für mich eine Botschaft, dass es Leute gibt, die sagen: "Wir pfeifen auf den Trompetenkrieg, wir wissen, was der Mross kann."

Würden Sie heute wieder alles genauso machen?

Mross Während des Trompetenkriegs dachte ich zwar: "Jetzt bin ich auf die Schnauze gefallen, jetzt will ich in ein normales Leben." Aber ich habe mich durchgebissen. Ich würde jeden Millimeter wieder genauso machen, wenn ich noch einmal die Wahl hätte.

CORNELIA WYSTRICHOWSKI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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