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Isringhaus' 100
Platz 6: "Magnum"

"Magnum" mit Tom Selleck: Platz 6 unserer 100 besten Serien
Tom Selleck ist untrennbar mit der Rolle des Thomas Magnum verbunden. FOTO: Verleih
Düsseldorf. Die US-Serie um den Privatdetektiv machte Tom Selleck zum Weltstar. Von Jörg Isringhaus

Dieser Ferrari! Diese Hemden! Dieser Schnäuzer! Aus heutiger Sicht ist "Magnum" eine Art Wunderkiste der 80er; nirgendwo waren die Shorts kürzer, die Shirts bunter und die Männerbrüste pelziger. Einmal die Woche entführte die US-Serie auf die Trauminsel Hawaii und präsentierte den charmantesten aller Fremdenführer: Thomas Magnum, einen gleichermaßen chaotischen wie lebenslustigen Privatdetektiv. "Ich weiß, was Sie jetzt denken, und sie haben recht", intonierte er fast jede Folge als Erzähler aus dem Off. Aber natürlich kam immer alles anders.

Lange vor Kevin Spacey in "House of Cards" durchbrach Tom Selleck als Magnum die "vierte Wand" zum Zuschauer, blickte kurz in die Kamera, hob spöttisch die Augenbrauen oder blinzelte verschwörerisch. So wurde jeder Fan auch zum Komplizen, wurde hineingezogen in die Fälle wie Magnums Kumpel T.C. und Rick und musste Position beziehen im ewigen Scharmützel mit Higgins, dem überkorrekten Hausverwalter, und dessen "Jungs", den Dobermännern Zeus und Apollo.

Higgins, süffisant gespielt von John Hillerman, war so etwas wie der Antipode von Magnum, körperlich wie charakterlich, zugleich bildeten sie die Achse der Serie, zwei egoistische, eitle, nachtragende Streithähne, die ohne den jeweils anderen nicht konnten. Während Higgins als Majordomus die Aufsicht führte über das Anwesen des mysteriösen, nur als Stimme in Erscheinung tretenden Schriftstellers Robin Masters (gesprochen von Orson Welles), war Magnum für die Sicherheit zuständig und durfte Masters roten Ferrari ausleihen. Was zu allerlei Spannungen führte, gelegentlich aber auch in Kleinkrieg ausartete.

Produzent Donald Bellisario brach die eher launige Atmosphäre aber immer wieder mit Vietnam-Erfahrungen seines Helden; Magnum musste in etlichen Episoden Traumata und Schmerz aufarbeiten. Dem Erfolg schadete es nicht: "Magnum" machte den damals schon 35-jährigen Tom Selleck zum Weltstar und dürfte die Ferrari-Verkaufszahlen angekurbelt haben. Möglicherweise auch den Altbier-Absatz, denn der Privatdetektiv bestellte in der Serie mehrfach Düsseldorfer Alt. Magnums letzter Blick galt natürlich dem Publikum: Mit einem freundlichen "Gute Nacht" schaltete er einen Fernseher aus, auf dem die letzte Szene der Serie lief.

Info 1980 bis 1988, 162 Folgen

Quelle: RP
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