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Berlin
Eine Frau sucht Jack the Ripper

Berlin. Sat.1 hat die Geschichte um den Unbekannten, der mindestens fünf Frauen ermordet hat, neu verfilmt. Von Klaus Braeuer

Schaurige Geschichten guckt das TV-Publikum im dunklen Monat November besonders gerne. Vielleicht sogar noch mehr, wenn es sich um eine weithin bekannte Geschichte handelt, in der ein Unbekannter mindestens fünf arglose Frauen grauenvoll ermordet: "Jack the Ripper - Eine Frau jagt einen Mörder" ist jetzt in einer TV-Neuverfilmung zu sehen.

November 1888, irgendwo in London: Eine Frau steigt die dunkle Treppe eines Hauses hoch. Sie betritt einen Raum, der von vielen Kerzen erhellt ist. Plötzlich steht eine vermummte Gestalt vor ihr - und schlägt ihr fast den Kopf ab.

Szenenwechsel: Eine andere junge Frau kommt von einem Schiff aus Deutschland nach London zur britischen Einwanderungsstation in Whitechapel. Es ist die Fotografin Anna Kosminski (Sonja Gerhardt). Sie kommt, weil ihre Mutter gestorben und ihr Bruder Jakob (Vladimir Burlakov) in einer Irrenanstalt ist.

Die Polizei hat ihren Bruder im Verdacht, "Jack the Ripper" zu sein. Die übel zugerichtete Leiche der Prostituierten Mary Jane Kelly (sie ist die getötete Frau vom Anfang des Films; ihr Name ist historisch überliefert) wurde in Jakobs Bett gefunden - und er daraufhin als Killer überführt. Daran glaubt Anna nicht. Sie bewirbt sich beim Polizeifotografen Samuel Harris (Nicholas Farrel) und freundet sich mit Inspector Frederick Abberline (Falk Hentschel) und dem Fotografen David Cohen (Sabin Tambrea) an, der mit Jakob an einem neuen Medium forschte -dem Bewegtbild. Bald gerät Anna selbst ins Visier des Mörders.

Sonja Gerhardt (27, "Deutschland '83", "Ku'damm '56") spielt die Figur der Anna als selbstbewusste Frau, die sogar Räuber in die Flucht schlagen kann. Die Handlung ist aber ziemlich vorhersehbar. Schockierende Szenen bleiben dem Zuschauer weitgehend erspart. Es gibt viel Dreck, Matsch und Unrat zu sehen - dennoch wirken die Menschen geradezu klinisch rein. Gedreht wurde in Litauen, an einem offenbar sehr begrenzten Set - zu sehen ist fast immer dasselbe Szenenbild. Der Mörder wurde in Wahrheit nie gefasst. Hier nun ist er frei erfunden. Immerhin ist die Auflösung verblüffend.

"Jack the Ripper - Eine Frau jagt einen Mörder", Sat.1, 20.15 Uhr

(dpa)
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