| 18.04 Uhr

Jan Böhmermann im Interview
"Grenzen der Freiheit nicht so großzügig"

Porträt: Böhmermann – Podolski-Imitator, Komiker, ZDF Neo
Porträt: Böhmermann – Podolski-Imitator, Komiker, ZDF Neo FOTO: dpa, bsc
Mainz. Jan Böhmermann hat sich erstmals in seinem Sender zum Umgang mit seinem umstrittenen Gedicht "Schmähkritik" über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan geäußert.

"Ich war dann doch überrascht, dass die Grenzen der Freiheit nicht so großzügig und weit ausgelegt werden, wie ich das bislang immer gedacht habe", sagte der Satiriker in einem Clip der ZDF-Nachrichtensendung "heute +", der am Donnerstag online ging. Es sei eher Schluss, als er das für richtig halte, sagte er weiter.

"Gerechtes Urteil – für wen auch immer"

Die deutsche Justiz ermittelt gegen den 35-Jährigen, weil Erdogan - dank der Ermächtigung der Bundesregierung - wegen Beledigung des türkischen Staatspräsidenten gegen den Satiriker vorgeht. Böhmermann sagte bei "heute +", er sehe dem Verfahren mit großer Gelassenheit entgegen: "Ich bin hundertprozentig sicher, dass ein gerechtes Urteil am Ende dabei herauskommt. Ganz bestimmt. Für wen auch immer."

Böhmermann sagte weiter, es sei sein Job als Satiriker, die Grenzen auszuloten. "Ich bin derjenige, der vorgeschickt wird, trete die Tür auf, und die Leute müssen selbst gucken, was hinter der Tür ist. Mein Job ist das Sondereinsatzkommando." Jetzt aber habe er ein neues Image - das werde an seinem neuen Bart deutlich, sagte er ironisch. "Das vermittelt den Leuten ein kuschligeres Gefühl."

(dpa)
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