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Essen
Private beim Grimme-Preis erfolgreich

Grimme-Preis 2016: Das sind die Preisträger
Grimme-Preis 2016: Das sind die Preisträger FOTO: dpa, rve kde
Essen. Vier Auszeichnungen gehen in diesem Jahr an Privatsender. Die Preis-Statuten der Verleihung wurden reformiert.

Neue Kategorien und die Privatsender unter den Gewinnern: Die Verleihung der Grimme-Preise hat in diesem Jahr einige Neuerungen zu bieten. Die Auszeichnung sei "achtsam entstaubt" und "ins digitale Zeitalter" geführt worden, sagte die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach. So wurden erstmals auch Produktionen berücksichtigt, die über neue technische Verbreitungswege wie Mediatheken, Streamingdienste und Video-on-Demand veröffentlicht wurden. Neu sind auch die Rubriken "Innovation" und "Besondere journalistische Leistung". Insgesamt vergaben die Jurys 14 Preise in der Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend, erstmals nach reformierten Preisstatuten.

Ungewöhnlich erfolgreich waren in diesem Jahr die Privatsender, die vier Trophäen erhalten. Gerlach hob beispielhaft die Sendereihe "Marhaba - Ankommen in Deutschland" für Flüchtlinge hervor, mit der n-tv "großes gesellschaftliches Engagement" bewiesen habe. Die zunächst ausschließlich als Online-Videoangebot präsentierte deutsch-arabischsprachige Sendung erhielt einen Spezialpreis in der Kategorie Information und Kultur. Die Kika-Mitmachsendung "Ene Mene Bu" und der Vox-Mehrteiler "Club der roten Bänder" über krebskranke Jugendliche im Krankenhaus sind die ersten Grimme-Preisträger in der Kategorie Kinder und Jugend. "Es war dringend Zeit, sich mit dieser Zielgruppe auseinanderzusetzen", sagte Gerlach gestern in Essen bei der Vorstellung der Preisträger.

Der in diesem Jahr erstmals verliehene Preis für eine "Besondere journalistische Leistung" zeichnet den Beitrag "Tödliche Exporte" (SWR/BR) aus. Die Jury lobte die "außergewöhnliche investigative Recherche" zum Thema illegaler Waffenhandel. Gefehlt hätten in diesem Jahr preiswürdige Beiträge zu den Themen Krieg und Rechtsextremismus, bedauerte der Jury-Vorsitzende Fritz Wolf.

"Schorsch Aigner - der Mann, der Franz Beckenbauer war" (WDR) mit Olli Dittrich bekommt einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung. Ein Spezialpreis geht an den satirischen Beitrag "#Varoufake" im "Neo Magazin Royale" (ZDFneo). Mit dem Verwirrspiel über Echtheit oder Manipulation des sogenannten Stinkefingers des griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis sei es Moderator Jan Böhmermann gelungen, "die Inszenierungsmechanismen der Boulevardindustrie zu entlarven". Der erstmals verliehene Innovationspreis in der Kategorie Unterhaltung geht an das Format "Streetphilosophy" (RBB/Arte). "In einer halben Stunde großen Philosophen oder großen Fragen nachzuforschen - das ist ungewöhnlich", befand die Jury.

Den Publikumspreis der Marler Gruppe erhält der Mehrteiler "Kunst und Verbrechen" (3sat). Der Preisträger der Besonderen Ehrung des Grimme-Preises, die der Deutsche Volkshochschul-Verband vergibt, wird bei der Preisverleihung im April bekanntgegeben.

(epd)
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