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Hauptkommissar Lenders zum Maischberger-Talk
"Ich habe kurz gedacht: Gehst du jetzt mit Bosbach mit?"

Streit bei Maischberger – Bosbach verlässt vorzeitig das Studio
Streit bei Maischberger – Bosbach verlässt vorzeitig das Studio FOTO: WDR/Melanie Grande
Düsseldorf. Der Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders ist im Maischberger-Talk gewissermaßen zwischen die Fronten geraten. Denn dass Wolfgang Bosbach die Sendung vorzeitig verließ, lag auch an den Attacken gegen Lenders. Wir haben mit ihm gesprochen. Von Dana Schülbe

Jutta Ditfurth wirft der Polizei vor, für die eskalierte Gewalt rund um den G20-Gipfel verantwortlich zu sein. In der Talkshow von Sandra Maischberger zum gleichen Thema saß nun ausgerechnet jemand neben ihr, der in Hamburg im Einsatz war: Hauptkommissar Joachim Lenders, der auch stellvertretender Vorsitzender der Polizeigewerkschaft DPolG ist. Entsprechend attackierte sie den Polizisten immer wieder. Das fand vor allem Wolfgang Bosbach schwer erträglich.

Die derart aufgeheizte Stimmung zwischen Bosbach, Ditfurth und letztlich auch Lenders gipfelte in Bosbachs vorzeitigem Verlassen des Studios. Der Hauptkommissar hat dafür volles Verständnis, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagt.

"Ich kann das schon verstehen, dass er sich irgendwann die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Diskussion gestellt hat", sagt Joachim Lenders. "Ich hatte dieses Gefühl auch zwischendurch." Als Bosbach schließlich aufgestanden und gegangen sei, "da habe ich kurz gedacht: Gehst du jetzt mit?", verrät er. Das wäre ein Zeichen der Solidarität gewesen.

Autonome verwüsten das Hamburger Schanzenviertel FOTO: dpa, dbo

Doch letztlich blieb der Kommissar und sagte sich: "Ich bleibe hier sitzen und halte durch." Denn er habe überlegt, wer dann noch als Talkshow-Gast übrig gewesen wäre. "Ich dachte, du überlässt die letzten Minuten nicht Jan van Aken und Jutta Ditfurth."

Lenders beschreibt die Atmosphäre in der Sendung "als schwierig zu ertragen", die Äußerungen Ditfurths als eine "wirklich bunte Märchenstunde". Aber das mache nun mal eine Demokratie aus: Meinungsfreiheit. Das "ständige Dazwischengesabbel" der Aktivistin habe er aber als unerträglich empfunden, sodass auch bei ihm irgendwann der Geduldsfaden gerissen sei, auch wenn das nicht ganz gentlemanlike gewesen sei. Er war in der Sendung Ditfurth mit den Worten angegangen: "Sie haben sowieso keine Ahnung, das ist einfach dummes Gesabbel."

Die Kritik mancher Internetnutzer an Moderatorin Sandra Maischberger, der die Sendung immer mehr entglitten war, kann der Polizist übrigens nicht nachvollziehen. "Die Redaktion hatte ja Menschen mit sehr unterschiedlichen Positionen eingeladen. Das war wirklich ein schwieriger Part für sie, das zu moderieren."  

 
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