| 12.47 Uhr

"Keine zweite Chance"
Eine Familie zerbricht

Berlin. Der Sat.1-Zweiteiler "Keine zweite Chance" zeigt das Schicksal einer Frau, die alles verliert. Von Klaus Braeuer

Der Mann ist im Bad, die Frau versorgt das kleine Kind. Plötzlich fallen Schüsse, die Frau bricht blutend zusammen. So beginnt der TV-Zweiteiler "Keine zweite Chance". Die Frau ist Nora Schwarz (Petra Schmidt-Schaller), die erst in einem Berliner Krankenhaus wieder aufwacht. Dort erfährt sie, dass ihr Mann Mickey (Golo Euler) erschossen und ihre Tochter entführt worden ist. Ihr Schwiegervater Reinhard Kroneberg (Hanns Zischler) stellt zwei Millionen Euro Lösegeld bereit, was die Entführer in Empfang nehmen, ohne jedoch das Kind zurückzugeben.

Noras Anwalt und Freund Leo Korwatsch (Sebastian Bezzel) und seine Frau Clara (Johanna C. Gehlen) versuchen, ihr zu helfen - doch ihr Erinnerungsvermögen ist weg. Die beiden ermittelnden Beamten Sarah Bäumler (Inez Bjørg David) und Peter Leyen (André Szymanski) verdächtigen die Ärztin, zumal ihre Pistole verschwunden ist, die für die Tatwaffe gehalten wird. Gemeinsam mit ihrem Freund Robert (Murathan Muslu), einem ehemaligen BKA-Mann, versucht sie selbst, auf die Spur der Erpresser zu kommen.

Regisseur Alexander Dierbach (38, "Helen Dorn") hat den Film um eine zerbrechende Familie ziemlich verschachtelt und als Mischung aus Action, Thriller und Drama inszeniert. Er sorgt für zahlreiche Wendungen, falsche Spuren und undurchsichtige Figuren, die allesamt einsam sind und scheinbar abwechselnd erst auf die eine und dann auf die andere Seite gezogen werden. Das sorgt für reichlich Spannung, auch wenn die Entführer (Josefine Preuß, Joan Pascu) recht früh bekannt sind. "Keine zweite Chance" ist das Motto des Paares, das seltsam dilettantisch wirkt, aber dennoch brandgefährlich ist und eiskalt handelt. Doch die wahren Hintermänner sind noch gefühlskälter.

Die Geschichte ist etwas zu breitgewalzt, stellenweise unlogisch, die beiden Kommissare sind zu eindimensional gezeichnet, und nicht alle Schauspieler agieren hier überzeugend. Doch Sebastian Bezzel (er ist auch in Wirklichkeit mit Johanna C. Gehlen verheiratet) spielt gut und lässt irgendwann die Maske fallen.

"Keine zweite Chance", Sat.1, Teil 1, 20.15 Uhr; Teil 2 nächste Woche

(dpa)
 
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