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"Zürich-Krimi" in der ARD
Kohlund spielt rauen Anwalt

"Zürich-Krimi" in der ARD: Kohlund spielt rauen Anwalt
Alte Freunde, die sich fremd sind: Thomas Borchert (Christian Kohlund, re.) und Staranwalt Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler). FOTO: ARD Degeto/Graf Film/Salvatore Vinci
Zürich. Am Donnerstag startet der neue "Zürich-Krimi", in dem der Hauptakteur vom Leben gezeichnet ist. Von Klaus Braeuer

Einsame Wölfe sieht man in der Natur eher selten, aber im Fernsehen schon öfter mal. Jetzt kommt noch einer hinzu: Im "Zürich-Krimi", der ab heute mit der Folge "Borcherts Fall" startet.

Der ehemalige Wirtschaftsanwalt Thomas Borchert (Christian Kohlund), der in Frankfurt in einen Bestechungsskandal verwickelt war und den es nunmehr in seine Heimatstadt Zürich verschlagen hat, steht im Zentrum des Krimis.

Während eines Marktbesuchs beobachtet er einen Diebstahl: Die junge Asiatin Amihan (Kotti Yun) wird kurz darauf sehr rüde festgenommen.

Als Borchert ihr zur Hilfe eilt, landet er gleich mit auf der Polizeiwache. Dominique Kuster (Katrin Bauerfeind), eine engagierte, junge Rechtsanwältin, übernimmt den Fall der inhaftierten Amihan. Zeitgleich wird bekannt, dass der sechsjährige Daniel, Sohn des ehemaligen Radprofis Urs Frisch (Michael Lott), entführt wurde.

Verdächtigt wird das Kindermädchen der Familie. Nach und nach kommen Dominique und Borchert einem perfiden Netzwerk von gut situierten Schweizer Bürgern auf die Spur, in dem junge Menschen aus Südostasien quasi als Haussklaven gehalten werden.

Auch Borcherts frühere Geliebte Charlotte (Leslie Malton) ist offenbar in den verbrecherischen Menschenhandel verwickelt.

Borchert lebt in einem silbernen Wohnwagen auf dem Grundstück seiner Eltern, samt Seeblick und verfallener Villa. Dorthin hat er sich förmlich verkrochen, um nichts mehr von den früheren Verfehlungen zu hören und zu sehen, an denen er eben nicht ganz unbeteiligt war.

Er hadert sichtlich mit der korrupten Welt, bezeichnet sich selbst als "blinden Trottel" und will sich künftig an das Motto "Schweigen ist die Tugend des Wissenden" halten. Wenn es ihm während des Filmes mit seinen gesellschaftskritischen Themen doch zu bunt wird, dann verabschiedet er sich mit den dürren Worten: "Ich gehe besser, bevor ich kotzen muss."

Christian Kohlund (65) sagt über seine Rolle, dass Borchert ein Idealist auf der Suche nach Gerechtigkeit war, dann hätte er sich korrumpieren lassen und sich etwas aus den Augen verloren.

"Der Zürich-Krimi", ARD, Donnerstag, 28. April, 20.15 Uhr

(dpa)
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