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Düsseldorf
Kurt Wallander ermittelt wieder
Düsseldorf. Ab heute zeigt die ARD drei neue Filme mit dem schrulligen Kult-Kommissar aus Schweden. Von Juliane Kaelberlah

Der Aufschrei war groß: Als der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell vor einigen Jahren ankündigte, seinen beliebten Kommissar Kurt Wallander mit Alzheimer in den Ruhestand zu schicken, protestierten Krimi-Fans weltweit. In den zehn Romanen der Reihe war ihnen der von Selbstzweifeln geplagte, mürrische Ermittler ans Herz gewachsen. Dass Mankell seine Figur nach 20 Jahren satt hatte, und dass dieses Ende im Grunde zur Melancholie des Kommissars passte – es war ihnen egal. Ähnlich erfolgreich wie die Bücher sind auch die Verfilmungen des Stoffes. Zum Jahreswechsel sendet die ARD drei neue Wallander-Filme, die auf den Romanen basieren: "Ein Mord im Herbst", heute, 22 Uhr, "Die Hunde von Riga" (30. Dezember) und "Vor dem Frost" (6. Januar).

Die Hauptrolle spielt darin der von der Queen erst neulich zum Ritter geschlagene Brite Kenneth Branagh, der charismatischste der drei Wallander-Darsteller. Zuvor wurde die Figur von dem Schweden Rolf Lassgard verkörpert, der Wallander eine seltsame Dynamik verlieh. Krister Henriksson beerbte ihn, machte den Polizisten zu einem traurig dreinschauenden, aber umgänglicheren Mann. Branagh aber hat die Figur in ihrem ganzen Weltschmerz in sich aufgesogen.

Wallander nämlich ist kein harter Ermittler, sondern ein zutiefst unsicherer Mensch. Und ein Melancholiker. Seine Tage beginnen mit einem müden Blick aus seiner Küche in die trübe Nebelsuppe der schwedischen Kleinstadt Ystad. Und sie enden, wenn er sich nachts im Bett wälzt und über Fälle rätselt. Wallander zweifelt, wenn ihm etwas nicht gelingt. Er kämpft mit sich, wenn er trotz Diabetes in der Bäckerei wieder mal zu einem fettigen Spritzring greift. Und überwirft sich mit seinem dementen Vater, der zurückgezogen lebt und mit Vorliebe Bilder mit und ohne Auerhahn-Motiv malt. Landschaften, Städte und der Kommissar selbst wirken in den Filmen milchig-fahl und grau.

Auf 50 Wallander Filme werden es ARD und ZDF nach der abschließenden Staffel gebracht haben. Die ersten neun, getreu nach Romanvorlagen, liefen im ZDF. Seit 2003 werden sie in der ARD auch als Filme mit eigenen Stoffen entwickelt. Seinem größten Feind, dem Alzheimer, begegnet Wallander in der letzten Verfilmung "Der Feind im Schatten". Wann der Film ausgestrahlt wird, ist noch unklar.

Heute, 22 Uhr, ARD

Quelle: RP
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