| 18.46 Uhr

Tatort "Kaltes Herz" am Sonntagabend
Letzte Bilder aus dem Kölner Stadtarchiv

Szenenbilder aus dem Tatort "Kaltes Herz"
Szenenbilder aus dem Tatort "Kaltes Herz" FOTO: WDR/Uwe Stratmann
Düsseldorf (RP). Ein vernachlässigtes, misshandeltes Mädchen ist verschwunden, ein Mitarbeiter des Jugendamts tot, ein zweiter mindestens überfordert und die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sind - wie so häufig im Kölner "Tatort" - ratlos. Von Ulli Tückmantel

Was die Folge "Kaltes Herz" besonders macht, ist eine Tragödie, die mit der Handlung überhaupt nichts zu tun hat: Als Kulisse für das Archiv des Jugendamts, in dem Ballauf und Schenk nach einer Akte suchen, diente dem WDR-Team ausgerechnet das Kölner Stadtarchiv - das 2009 wenige Tage nach dem Abschluss der Dreharbeiten einstürzte.

Ironie des Schicksals: Der fiktive Krimi enthält nun die letzten Aufnahmen eines Gebäudes, das im Sumpf von Schlamperei und Pfusch unterging.

Ansonsten folgt "Kaltes Herz" dem Rezept, mit dem die Köln-Tatorte regelmäßig höchste Quoten erreichen. Die typische Mischung aus kriminalistischer Sozial-Oper und Kölner Heimatfilm bemächtigt sich mit Kindesmisshandlung und Helfern, die sich an Opfern vergehen oder kriminell werden, aktueller Themen, derer sie freilich nicht Herr wird.

Zu allem Überfluss lassen die Drehbuchautoren Ballaufs und Schenks Kollegin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) auch noch in einen Schwangerschaftskonflikt stürzen: Soll sie das Kind einer Karnevalsbekanntschaft wirklich bekommen oder nicht?

Am Ende ist nichts wirklich gut, aber zum Trost gibt es eine Curry-Wurst mit Blick auf den Rhein. Alles wie immer.

 
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