| 08.29 Uhr

"Lindenstraße"
Mutter Beimer kommentiert Wahl

Köln. Die "Lindenstraße" baut traditionell aktuelle Themen in ihre Folgen ein - auch bei der Bundestagswahl Von Petra Albers

Wenn es am Abend der Bundestagswahl spannend wird, ist die "Lindenstraße" ganz nah an der Realität: Dann schauen Mutter Beimer & Co. gebannt auf den Fernseher und kommentieren die aktuellen Ergebnisse. Doch Schauspielerin Marie-Luise Marjan (77) und die anderen Bewohner der ARD-Serie werden am Sonntagabend keineswegs tatsächlich in den "Lindenstraße"-Studios in Köln-Bocklemünd sitzen und live auf den Wahlausgang reagieren. Stattdessen haben die Macher in den vergangenen Tagen verschiedene denkbare Szenarien gedreht und werden die passende Episode am Sonntag kurzfristig in die ansonsten längst fertige Folge einfügen.

Drei Varianten seien vorbereitet worden, erläutert der verantwortliche WDR-Redakteur Götz Schmedes. "Wir haben uns bei der Produktion auf die jüngsten Wahlumfragen gestützt und hoffen natürlich, dass wir am Ende so konkret wie möglich und so vage wie nötig sind." Das Ergebnis wird in einem Gespräch zwischen Helga Beimer (Marjan), ihrem Ex-Mann Hans (Joachim Hermann Luger), Sohnemann Klaus (Moritz Sachs) sowie Gabi Zenker (Andrea Spatzek) diskutiert.

Der Fernseher, auf den die Schauspieler schauen, ist zum Zeitpunkt des Drehtermins in Wirklichkeit schwarz. Erst kurz vor der Ausstrahlung baut die Technik dort die 18 Uhr-Wahlprognose ein. "Die Wahl-Szene kommt erst gegen Ende der Sendung, damit möglichst viel Zeit bleibt, um sie einzufügen", sagt Schmedes.

Sogenannte Aktualisierungen haben bei der "Lindenstraße" Tradition - nicht nur bei Wahlen. Das gelingt mit Hilfe kleiner Episoden, die erst kurz vor der Ausstrahlung gedreht und nachträglich in die Folge eingebaut werden. Oft handelt es sich dabei um einen Dialog, in dem sich zwei Bewohner über ein gerade aktuelles Thema unterhalten - seien es umstrittene Äußerungen eines Politikers, Bundestagsentscheidungen oder Naturkatastrophen. Die erste Aktualisierung zu einer Bundestagswahl gab es nach Angaben einer Sprecherin in Folge 261, am 2. Dezember 1990. Damals spielte die Technik die "Elefantenrunde" ein, kommentiert von Benny Beimer (Christian Kahrmann). Im Jahr 1998 stellte die "Lindenstraße"-WG den Vietnamesen Gung (Amorn Surangkanjanajai) als alternativen Kanzlerkandidaten zu Helmut Kohl und Gerhard Schröder auf.

(dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lindenstraße am Tag der Bundestagswahl 2017: Mutter Beimer kommentiert Wahl


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.