| 14.48 Uhr

TV-Nachlese "Maischberger"
Angela Merkel, die "Problembeschreiberin"

Maischberger: Angela Merkel ist nur eine brillante Problembeschreiberin
Claus Strunz, Paul Ziemiak, Kevin Kühnert, Sandra Maischberger, Katrin Göring-Eckardt, Bernd Baumann und Ferdos Forudastan (von links) bildeten die Gesprächsrunde. FOTO: Max Kohr
Düsseldorf. Nach der Wiederwahl von Angela Merkel als Bundeskanzlerin fragte Sandra Maischberger in ihrer Sendung "Merkel, die Vierte: Große Koalition für die kleinen Leute?" Gast Claus Strunz glaubt nicht daran und meint, Merkel sei nur eine "brillante Problembeschreiberin". Von Hendrik Gaasterland

Darum ging´s

Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn hatte schon vor der Regierungsbildung mit seiner Aussage "Hartz IV bedeutet nicht Armut" die erste scharfe Debatte auch innerhalb der Groko ausgelöst. Maischberger und ihre Gäste diskutierten nun, ob die neue Regierung überhaupt vier Jahre lang halten werde.

Die Gäste

  • Claus Strunz (Fernsehmoderator)
  • Paul Ziemiak, CDU (Vorsitzender der Jungen Union)
  • Kevin Kühnert, SPD (Juso-Vorsitzender)
  • Katrin Göring-Eckardt (B'90/Grüne, Fraktionsvorsitzende)
  • Bernd Baumann (AfD, Parlamentarischer Geschäftsführer)
  • Ferdos Forudastan (Journalistin, Süddeutsche Zeitung)

Der Frontverlauf

Fernsehmoderator Claus Strunz prescht zum Thema Merkel gleich vor: "Sie wird sich erst einmal selbst guttun." Die Kanzlerin habe etwas gutzumachen und müsse als "brillante Problembeschreiberin" endlich beweisen, dass sie auch als "Problemlöserin" taugt: "Den Beweis ist sie nämlich in den vergangenen Jahren schuldig geblieben."

Für den JU-Vorsitzenden Paul Ziemiak ist die nur knappe Mehrheit bei der Kanzlerwahl für Merkel kein Warnschuss. Es sei aber ein Zeichen, dass es die neue Groko nicht so leicht haben werde wie die vorherige. Kevin Kühnert von den Jusos sagt: "Den Sand im Getriebe, den wir bei der Wahl erlebt haben, werden wir noch ein paar Mal zu spüren bekommen."

In einem Einspieler sagt Merkel, dass sie die Protestwähler mit ihrer Politik zurückgewinnen möchte. Bernd Baumann von der AfD sieht dies anders und spricht gleich von einem Stolperstart der Groko. "Es liegt so viel im Argen in diesem Land. Das fängt bei der Masseneinwanderung und der Grenzöffnung an, die kein anderes Land der westlichen Welt so mitgemacht hat." Außerdem wirke die AfD schon inhaltlich: "Ohne uns wäre Herr Spahn nie Gesundheitsminister geworden."

Spahn (CDU) gilt als Merkel-Kritiker und hatte zuletzt mit dem Satz "Hartz IV bedeutet nicht Armut" für Zündstoff gesorgt. So wurde die Armutsdebatte in der Sendung zum Thema und es kam Stimmung auf. Ziemiak verteidigte seinen Parteikollegen und fuhr in der Diskussion um Hartz IV gegen Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Kühnert Punktsiege ein.

Die Grüne sagte, Spahn hätte behauptet, man könne mit 2,70 Euro ein Kind ernähren. Ziemiak konterte zweimal "hat er nicht gesagt" und lässt Göring-Eckardt einknicken. Und Kühnert rechnete er vor, wie viel Unterstützung Hartz-IV-Empfänger vom Staat erhalten. "Wir sind doch nicht in einer Quizshow", war vom Juso-Chef zuvor zu hören.

Journalistin Ferdos Forudastan meinte, dass es den Deutschen doch eigentlich gut ginge und trotzdem teilweise große Unzufriedenheit herrsche. Sie hofft von der neuen Groko auf ein "belebendes Element", ohne eine Prognose abzugeben. Forudastan saß in der Runde neben AfD-Mann Baumann, der noch mit Göring-Eckardt und Kühnert aneinander geriet.

Als Baumann die Grüne unterbrach, meinte diese: "Sie können sich ja nicht einmal anständig benehmen." Kühnert wurde bei der vom AfD-Politiker angestoßenen Diskussion um Geld für Flüchtlinge statt für Deutsche deutlicher: "Sie sind das Allerletzte."

Fazit

Unterhaltsame Runde am Mittwochabend. Leider ohne einen "kleinen Mann", über den doch so viel gesprochen wurde.

Zitat des Abends

Auf die Frage, ob die Koalition vier Jahre halten werde, sagt Claus Strunz: "Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Merkel noch einmal antritt, als dass sie vorher abtritt."

 
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