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Frankfurt
Mangelnde Neutralität bei ARD und ZDF?

Frankfurt. ARD und ZDF haben den Vorwurf zurückgewiesen, sie hätten 2015 unausgewogen über die Staatsschuldenkrise in Griechenland berichtet. Die gestern vorgelegte Studie der Otto Brenner Stiftung der IG Metall sei in ihrer Methodik und Systematik problematisch, erklärte die ARD. Das ZDF ergänzte, weil der Ansatz nicht stimme, seien auch die Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar. Beide kritisierten, die Studie zeige kein repräsentatives Bild der Berichterstattung, weil wichtige Sendungen gar nicht berücksichtigt worden seien.

Medienwissenschaftler der Uni Würzburg hatten für die Studie die täglichen Hauptausgaben von "Tagesschau" und "heute" sowie die Sondersendungen "Brennpunkt" und "ZDF spezial" zum Thema Griechenland untersucht. In der Studie heißt es, ARD und ZDF hätten die jeweiligen Seiten nicht in gleichem Maß zu Wort kommen lassen. Die griechische Regierung sei viel häufiger negativ bewertet worden, nämlich in 11,9 Prozent der Beiträge. Bei der deutschen Regierung sei das nur in 2,1 Prozent der Beiträge so gewesen. Aus Sicht der ARD ist die Kritik an mangelnder Neutralität in der Berichterstattung nicht überzeugend. Außerdem hätten sie Meinung und Nachricht nicht immer konsequent getrennt.

ARD-Chefredakteur Rainald Becker widerspricht: "Das Erste hat über die griechische Finanzkrise sehr ausführlich, analytisch und journalistisch ausgewogen berichtet."

(dpa)
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