| 15.07 Uhr

Online-Petition gegen ZDF-Moderator
Zehntausende wollen Markus Lanz absetzen

Femen protestiert bei "Markus Lanz"
Femen protestiert bei "Markus Lanz" FOTO: Screenshot Youtube
Hamburg. Markus Lanz ist einer der umstrittensten TV-Moderatoren Deutschlands. Er ist sogar so umstritten, dass immer mehr Internet-User derzeit eine Petition unterzeichnen, in der die Absetzung der ZDF-Sendung "Markus Lanz" gefordert wird. Von Christian Spolders

"Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!", heißt es in der Bittschrift, die sich eine Frau namens Maren Müller erdacht hat. Begründung: "Die Sendung Markus Lanz vom 16. Januar 2014 zeigte zum wiederholten Male, dass Herr Lanz weder fähig noch willens ist, seinen Gästen gleichberechtigt Wohlwollen, Rederecht und Anstand entgegenzubringen."

Die Rundfunkbeitrag beträgt seit dem 1. Januar 2013 pro Wohnung pauschal 17,98 Euro.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen das Gespräch mit der Vize-Chefin der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht. Lanz sprach mit ihr über die Europäische Union, den Euro und das Europaparlament, ließ seine Interview-Partnerin aber nur selten ausreden.

"Ich habe mich über Frau Wagenknecht gewundert, dass sie bei den offensichtlichen Anfeindungen trotzdem ruhig blieb und immer wieder versuchte, auf die Fragen zu antworten, trotz ständiger unqualifizierter Unterbrechungen durch den Moderator, welcher inhaltlich gar nicht mitreden konnte", schreibt ein Unterzeichner – und teilt damit die Meinung vieler. "Der im explizitem Falle miserable Stil im Umgang mit Sahra Wagenknecht spiegelt in drastischem Maße wider, dass politische Neutralität für Lanz ein Fremdwort ist", heißt es außerdem.

Müller kündigte an, die Petition an das ZDF zu schicken, sollte sie mehr als 100.000 Mitstreiter finden. Da die Zahl der Lanz-Kritiker stündlich zunimmt, und mittlerweile auf mehr als 68.000 Unterzeichner angestiegen ist, wird die Petition wohl bald dem Sender übergeben. "Ich fordere das ZDF daher auf, sich von Markus Lanz zu trennen", schreibt die Petitions-Verfasserin.

Das ZDF verteidigt seinen Moderator natürlich – zum Unmut Wagenknechts. So dementierte sie auf ihrem Twitter-Account die Behauptung des ZDF, sie sei zufrieden mit der Sendung gewesen.

 

 

Der Twitter-User "NoWay" hatte ein entsprechendes Antwortschreiben der ZDF-Zuschauerredaktion veröffentlicht.

 

 

Ein Sprecher des Senders reagiert gelassen auf die Tweets. "Kritik unserer Zuschauer nehmen wir grundsätzlich ernst, ganz gleich, wo sich die Menschen äußern", sagt er. Die Redaktion und der Moderator hätten im Nachgespräch mit Wagenknecht nicht den Eindruck gehabt, dass sie mit der Sendung unzufrieden gewesen sei. "Kontroverse Diskussionen sind Bestandteil des erfolgreichen Formates", heißt es weiter. "Sollte allerdings etwas falsch angekommen sein, so wird sich an anderer Stelle sicher nochmal die Möglichkeit finden, dies auszuräumen."

Wie das ZDF auf die Petition reagieren wird, ist noch unklar. "Die Reaktionen von Zuschauern, ganz gleich wo sie sich finden, werden in den zuständigen Redaktionen bewertet und diskutiert", sagte der Sprecher weiter. "Die jeweiligen Reaktionen hängen – wie in allen anderen Fällen von Meinungsäußerungen auch – von den jeweiligen Spezifika ab. Es gibt also keine feste Regel, nach der man verfahren könnte."

Die komplette Folge der Sendung gibt es hier:

(spol)
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