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Maybrit Illner
Integrations-Talk wird zum Angriff auf die AfD

Maybrit Illner im ZDF: Integrations-Talk wird zum Angriff auf die AfD
Die Runde am Donnerstagabend. FOTO: Screenshot ZDF Mediathek / Maybrit Illner
Düsseldorf. Maybrit Illner hat sich für den Talk am Donnerstagabend wieder mal die Flüchtlingskrise vorgenommen: "Antanzen zur Integration – wie deutsch müssen Ausländer sein?" entwickelte sich zum Frontalangriff auf die AfD. Von Ludwig Krause

Darum ging's

Ganz Deutschland redet über Obergrenzen für neue Zuwanderer, aber was passiert eigentlich mit jenen, die schon da sind? "Probleme gibt es überall", sagt Maybrit Illner. "Vor der Disko, im Schwimmbad, beim Umgang miteinander." Zwar seien auch Missverständnisse Teil des Problems, seit Köln seien aber auch Zweifel und Angst gewachsen. "Kann man Respekt vor Frauen und vor dem Gesetz lernen?", fragt Illner.

Darum ging's wirklich

Um die Frage: Was ist eigentlich passiert in unserem Land? Wo kommt die Aggression, wo der Hass her? Mehrfach weisen die Talkgäste in Richtung der AfD, die die Stimmung nicht nur geschickt nutzen, sondern gezielt fördern würde, um daraus Profit zu schlagen.

Die Runde

Jörg Meuthen ist Spitzenkandidat der AfD in Baden-Württemberg und fordert: "Wir müssen die Zuwanderung stoppen. Wir brauchen Zäune, weil es anders nicht mehr geht."

Die Grünen-Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth hält dagegen: "Die Äußerungen der AfD sind der Turbo für Gewalt in unserem Land."

CDU-Vize Thomas Strobl sagt, dass wir wieder die Kontrolle über die EU-Außengrenzen benötigen. Nur so lasse sich der Flüchtlingsstrom deutlich reduzieren.

Ulf Küch, Leiter der Kripo Braunschweig, stellt fest: "Noch sind wir Lichtjahre von Integration entfernt. Wir müssen erst einmal wissen, wer in unserem Land ist."

Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor aus Dinslaken sagt, in zehn bis 20 Jahren werde Deutschland anders aussehen als heute.

Und schließlich Thomas de Vachroi, Leiter einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin: "Die Flüchtlinge verstehen die Deutschen nur schwer. Integration ist eine Mammutaufgabe."

Dreikampf des Abends

Claudia Roth berichtet über Markus Frohnmaier, Landesvorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative, er habe öffentlich über Claudia Roth gesagt, sie habe in Köln mitvergewaltigt. "Jaaa, das sind die üblichen Sachen", meint Meuthen und rückt auf seinem Stuhl herum. "Da wäre mal eine Entschuldigung angesagt", sagt Roth. "Und zwar eine öffentliche."

Die Aussage von Herrn Frohnmaier halte er für "nicht okay", sagt Meuthen. "Man kann ihm vielleicht seine Jugend zu Gute halten. Der Mann ist 24 Jahre alt und die schießen manchmal über das Ziel hinaus." Solche Äußerungen würde man bei allen Parteien finden.

"Solche Äußerungen gibt es von den anderen Parteien nicht", sagt Strobl scharf. Meuthen solle das belegen. Wieder druckst der AfD-Politiker herum. "Das ist ihr Problem, sie setzen Dinge in die Welt, die sie überhaupt nicht belegen können", sagt Strobl.

Meuthen hingegen sieht das Problem ganz woanders: Seine Partei werde in der Öffentlichkeit immer in eine Ecke gedrängt, in der sie gar nicht stehe, behauptet er.

Frage des Abends

Der AfD-Politiker fordert, verfolgte Christen bei der Zuwanderung zu bevorzugen. "Wären der AfD also eine Million Ukrainer lieber als eine Million Muslime?", fragt Illner.

Zitat des Abends

Auswertungen der Kripo hätten ergeben, dass sich unter Flüchtlingen kaum weniger Kriminelle befinden würden, als eh schon im Land seien, sagt Ulf Küch. "Das Märchen von: 'Alle, die hier einreisen, sind kriminell' halte ich für höchst brisant und gefährlich."

Wahlspruch des Abends

"Die Polizisten und Polizistinnen vor Ort", sagt Jörg Meuthen und verengt dabei seine Augen, um anschließend maximal staatstragend zu klingen: "Die machen eine sehr, sehr gute Arbeit. Ich will einfach auch mal ein Dankeschön sagen." Er wolle ausdrücken, dass es auch Politiker gebe, die hinter den Beamten stehen würden. Die Retour gibt es von der Moderatorin: "Das machen Sie. Das machen sie auch im Wahlkampf."

Erkenntnis des Abends

Stammt ebenfalls vom Kripo-Beamten Ulf Küch: "Handeln ohne Konsequenzen kann nicht funktionieren. Das funktioniert auch bei Nicht-Deutschen nicht." Köln habe mit der Flüchtlingsfrage überhaupt nichts zu tun. Und weiter: "Das sind Leute, die wir schon seit vielen Jahren in der Bundesrepublik haben und die uns seit vielen Jahren Probleme bereiten."

(lukra)
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