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Maybrit Illner zu Griechenland
"Wenn ich das Wort Hausaufgaben höre..."

Maybrit Illner zu Griechenland: Grexit oder doch ein Hilfspaket?
In dieser Runde diskutierte Maybrit Illner in dieser Woche über Griechenland. FOTO: Screenshot ZDF
Düsseldorf. Gerade mal ein paar Minuten zuvor hatte die griechische Regierung ihre neuen Vorschläge in Brüssel eingereicht, als Maybrit Illner mit ihrem Talk auf Sendung ging. Über die Inhalte war noch nichts bekannt, weshalb sich die Debatte dann doch wieder um die immer gleiche Frage drehte: Grexit oder Hilfspaket. Deutliche Worte fand dabei vor allem eine: die griechische Politikberaterin Kaki Bali. Von Dana Schülbe

"Grexit oder Hilfspaket – zahlt Europa sowieso?" – zu einer "weiteren Griechenland-Sendung", wie die Moderatorin gleich sagte, hatte Maybrit Illner eingeladen. Allerdings mal ohne die üblichen Verdächtigen. Da waren die beiden Ökonomen Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, und Henrik Enderlein von der Herthie School of Governance. Für die Politik kamen Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und der EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU), und die griechische Seite repräsentierte die frühere Journalistin und Politikberaterin der Athener Regierung Kaki Bali.

Das Problem: Athen hatte gerade ein paar Minuten zuvor neue Reformvorschläge gemacht, doch über die Inhalte war da noch nichts bekannt. Auch eine Schalte zu Korrespondentin Anne Gellinek zur Mitte der Sendung brachte nur die Info, dass es nach griechischen Medienberichten wohl ähnliche Vorschläge seien wie die, die Brüssel Ende Juni vorgelegt hatte. Kaki Bali hätte Licht ins Dunkel bringen können, wollte sich aber nicht wirklich in die Karten schauen lassen. Denn wenn sie zu viel verrate, dann setze Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gleich wieder den Rotstift an.

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Deutlicher wurde die Griechin dann schon in Bezug auf die Vorwürfe, die Griechenland immer wieder gemacht werden. Sie habe es richtig satt, dass immer gesagt werde, Athen liefere nicht und mache seine Hausaufgaben nicht (so wie es auch Weber Tsipras wieder vorwarf). Dabei sei dies nun wirklich nicht der erste Vorschlag aus Athen, sondern über die anderen Vorschläge werde nicht geredet bzw. sie würden zerredet. "Wenn ich das Wort Hausaufgaben höre...", ließ sie auch später noch einmal verlauten.

Als Weber wie viele vor ihm betonte, dass es die Spanier, Portugiesen und Co. doch auch geschafft hätten, konterte Bali: "Haben Sie mal die 30-jährigen Spanier oder Portugiesen gefragt, ob sie zufrieden sind und die Rettung ihnen etwas gebracht hat?" Auch auf die Frage Enderleins, ob denn Griechenland verstanden habe, wie gefährlich ein Grexit sein könnte, konterte sie mit einem einzigen Satz: "Das erleben wir jeden Tag."

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Katrin Göring-Eckardt, die sich gegen einen Grexit und für Schuldenerleichterungen aussprach, machte denn aber auch Andeutungen, dass die griechische Regierung mal mit den Reformen beginnen müsse. Die Verwaltung zum Beispiel sei "nicht Gott gegeben", sagte sie, als es um den Abbau des aufgeblähten Apparates ging. "Wissen Sie, wie lange so etwas dauert", fragte Bali. Göring-Eckardt: "Ja, aber man muss damit anfangen." Und Bali verteidigte ihre Regierung, dass sie gerade einmal zehn Leute eingestellt habe.

Am Ende zeigten sich denn alle hoffnungsvoll, dass es doch noch zu einer Einigung kommen könnte, auch wenn etwa Fuest einen "Euroaustritt Griechenlands gegen Schuldenerlass" durchaus als eine Lösung des Problems ansah. Und Bali zeigte sich sicher, dass es am Ende doch einen Schuldenschnitt geben wird – aber "es wird sich anders nennen, es wird eine Erleichterung geben". 

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