| 20.10 Uhr

Fünfte Mottoshow bei DSDS
Menowin macht die Lena Meyer-Landrut

DSDS - das war die 5. Mottoshow
DSDS - das war die 5. Mottoshow FOTO: RTL
Düsseldorf. Fünfte Mottoshow bei Deutschland sucht den Superstar: Die Jury um Dieter Bohlen findet vieles einfach nur geil, Helmut nervt mit Texthängern und Menowin zeigt mit einer mutigen Version von "Über sieben Brücken musst du gehen" Stärken wie ein Star für Oslo. Manuel muss die Show verlassen. Von Philipp Stempel

Am Samstag fand Deutschlands wohl prolligste Castingshow ihre Fortsetzung. Sechs Superstars in spe traten bei "Deutschland sucht den Superstar" zur fünften Mottoshow an. Herausforderndes Thema der Sendung: "Deutsch vs. Englisch".

Das Prinzip ist klar: Jeder darf zwei Songs vortragen – einen in deutscher Sprache, einen in Englisch. Vor allem Oberturner Thomas Karaoglan wünschte sich dabei, eine Runde weiterzukommen. Der sogenannte "Checker" feierte am Samstag seinen 17. Geburtstag und ließ sich vom Publikum entsprechend mit einem Ständchen feiern. Aber geschenkt gab es nichts. Auch die Konkurrenten Mehrzad, Menowin, Kim, Helmut und Manuel wollten gewinnen. 

Meowin zeigt Mut Vor allem der in der Boulevardpresse zu zweifelhaftem Ruhm gekommene Menowin hatte sich dafür einiges einfallen lassen. Als deutschsprachigen Titel hatte sich der bullige Junge mit der hohen Stimme einen gesamtdeutschen Klassiker ausgesucht.

Der Jury blieb die Spucke weg Als er ansetzte, die 80er Hymne "Über sieben Brücken musst du gehen" (Peter Maffay, Karat) zu singen, fiel die Jury fast vom Stuhl. Statt der sonoren Töne eines Peter Maffay hörte sie die bekannte Melodie in Meowins soulig-hohem Timbre. Das war verblüffend neu, ganz ungewohnt, ganz anders. Ähnlich drastisch fiel gemessen am Original Menowins Outfit aus. Maffay-Liedwerk in grellgrüner Hiphop-Kluft, das hat doch was.

"Geil, geil, geil" Die Reaktionen fielen zunächst geteilt aus. Bohlen beschrieb das Ganze zunächst diplomatisch als "kreative Version", begeisterte sich dann aber zunehmend für den Mut des Kandidaten, der Nummer seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Der Pop-Titan verriet bei der Gelegenheit, dass es bei DSDS eben doch nicht nur auf "geiles" Outfit und "geiles" Styling ankommt, sondern auch Charakter, also den Mumm, eine bekannte Nummer zu seiner ganz eigenen zu machen. Einhellige Begeisterung erntete Menowin später dann mit einer Fassung von "If you don't know me by now" von Simply Red. Sein Soul kann sich hören lassen.

Parellelen zu USFO Menowin und Bohlen offenbarten an diesem Abend insofern ungeahnte Parallelen zum betont seriösen Raab-Konkurrenten "Unser Star für Oslo". Authentizität, eigener Stil, frecher Mut zum Risiko - es waren genau diese Eigenschaften, die Lena Meyer-Landrut zu ihrem Erfolg verholfen hatten. Die Songs, die sie bei Raab vorgsstellt hatte, waren eben keine nachgeträllerten Hit-Kopien, sondern Neu-Interpretationen der Marke Lena Meyer-Landrut, die jetzt Kurs auf Europa nimmt.

Helmut-Mobbing Zurück zu DSDS. Neben Menowin bewarben sich schließlich noch weitere Kandidaten für den Einzug in die nächste Runde. Der stimmlich durchaus begabte Helmut Orosz machte abermals mit Textaussetzern und einem Auftritt auf sich aufmerksam, der mehr an ein verzweifeltes Comeback eines Matthias Reim (Verdammt ich lieb dich) erinnerte als einen kommenden Superstar. Auch die Songauswahl (1000 mal berührt, Satisfaction) wirkte nicht sonderlich glücklich. Die Jury ließ ihn jedenfalls gnadenlos durchfallen. "Willi Herren singt auf dem Ballermann besser", hieß das auf Bohlen-Deutsch. Den Zuschauern war das freilich egal. Sie wählten Helmut in die nächste Runde.

Auch Singen ist wichtig Der Rest der Sängergilde kam mehr oder minder problemlos über die Runden. Checker Thomas Karaoglan performte gewohnt selbstsicher. Die Jury versicherte ihm ihre Sympathien. Seine Chancen aber sind wegen unüberhörbar stimmlicher Schwächen ("Relight my fire") übersichtlich. "Üb' mal 'ne Woche richtig singen", gab ihm Bohlen mit auf den Weg.

Artenschutz Kim Debkowski, das einzig verblieben Mädchen genießt bei DSDS so etwas wie Artenschutz. "Krieger des Lichts" von der Band Silbermond und "Can't get you out of my head" von Kylie Minogue hatte sie sich für diesen Abend ausgesucht. Die reichlich blutleere Vorstellung feierten Bohlen und seine Kollegen Volker Neumüller und Nina Eichinger mit "Geil"-Chören. Da war es wieder das DSDS-Klischee, dass gutes Aussehen, ein hübscher Ausschnitt und ein bisschen Glitzer die halbe Miete sind. Für ein "Geil" reicht das allemal. Das schöne Wort scheint so etwas wie das Schlüsselkriterium bei der Castingshow zu sein. "Geili wie Kylie", jubilierte Dieter. Kims Reaktion: "Geil!"

Langeweiler muss gehen Überwiegend farblos blieben auch die restlichen Kandidaten. Zwar sorgte Manuel Hoffmann ("Ich find Mädchen und Jungs wirklich cool") zum Einstieg von "Bilder von Dir" von Laith Al Deen kurzzeitig für Gänsehautstimmung, doch brachte er es fertig, die Zuhörer nur Sekunden später wieder einzuschläfern. "Ich fand's ok, nicht schlimm", sagte Volker Neumüller. Den Zuschauern reicht ein ok aber nicht. Sie warfen Manuel per Abstimmung aus dem Rennen. Wer langweilt, wird abgestraft.

Noch eine Baseballkappe Zum Tagessieger rief Juror Neumüller hingegen den gebürtigen Iraner Mehrzad Marashi (der mit dem Schnauzbart ) aus, der schön, fehlerfrei und sicher durch sein Programm steuerte. Von Mehrzads Gesicht sah man bei seiner letzten Nummer "Beggin" von Madcon allerdings ein bisschen  wenig. Vielleicht hätte er im Gegensatz zu Menowin besser auf die Baseballkappe verzichtet.

(pst/RPO)
 
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