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Hamburg
Miese Quoten für NSU-Trilogie im Ersten

Hamburg. Eigentlich war alles da, was man für ein erfolgreiches Format braucht. Eine auf wahren Begebenheiten beruhende Story, ein erfahrenes Schauspieler-Ensemble und der optimale Sendeplatz. Dennoch: Die ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland" rund um die Terrorzelle des Nationlasozialistischen Untergrund (NSU) kam beim Publikum nicht wie erhofft an.

Die Trilogie hat in keinem Fall die Drei-Millionen-Zuschauer-Grenze überwinden können. Auch der letzte Beitrag am Mittwochabend, "Die Ermittler - Nur für den Dienstgebrauch", verbuchte lediglich 2,81 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 28,7 Prozent). Die Folge musste sich allerdings mit der starken Konkurrenz des Champions-League-Spiels VfL Wolfsburg gegen Real Madrid im ZDF auseinandersetzen, das 8,63 Millionen sahen. "Ich bin mir nicht sicher, ob man mit der Verarbeitung eines aktuellen, in erster Linie im Journalismus bearbeiteten Themas in einem fiktionalen Drama diejenigen anziehen kann, die sich bisher für die öffentliche Aufklärung der NSU-Morde und die Berichterstattung darüber nicht interessiert haben", erklärte Medienwissenschaftler Joachim Trebbe von der Freien Universität Berlin. ARD-Programmdirektor Volker Herres kündigte jedoch an: "Selbstredend werden wir uns auch in Zukunft gesellschaftlich relevanten Stoffen annehmen, um damit zur Diskussion in der Öffentlichkeit beizutragen."

(dpa/RP)
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