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Wien
Mord vor Urlaubs-Kulisse

Wien. Der österreichische Krimi "Der Tote am Teich" führt die Ermittler in ein verträumtes Bergdorf. Von Simona Block

Ein Mann geht im Morgengrauen aus dem Haus und stapft mit Schneeschuhen durch das jungfräuliche Weiß vom verschlafenen Dorf in den Wald. Gelassen und hoffnungsvoll kontrolliert er Wildtierkamera um Wildtierkamera. Sepp Ahorner (Josef Hader) hofft auf Foto-Beute, "einen Elch!". Als er an einem zugefrorenen Teich ankommt, findet er allerdings eine Leiche und eine Blutspur auf dem Eis. Danach ist nichts mehr, wie es war im oberösterreichischen Bergort, in dem der Landkrimi "Der Tote am Teich" spielt. Die ORF-Produktion nach einem Drehbuch von Susanne Freund wird heute (20.15 Uhr, Arte) erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Der Tote ist Jakob Prantner (Philipp Hochmair), ein Prokurist aus der Stadt auf Urlaub im Böhmerwald. Wie die Ermittlerinnen, Kommissarin Grete Öller (Maria Hofstätter) und ihre junge Kollegin Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger), herausfinden, war er nicht gern gesehen in dem kleinen Ort. Die beiden treffen auf eine Mauer des Schweigens, das Motiv aber scheint schon nach einem ersten Hinweis klar: Eifersucht. Das Opfer hatte Streit mit einem gehörnten Ehemann - der hat allerdings ein Alibi.

Auch Sepp Ahorner (Josef Hader), ein frühpensionierter Polizist, mischt mit bei der Suche nach dem Täter, obwohl alle Spuren in seine Familienkreise führen. Der Tote auf dem Eis weckt allerdings alte Instinkte, auch wenn es schmerzt: die Tatwaffe, ein Eisstock, stammt vom Hof seiner Cousine, wo das Opfer wohnte. Ahorner forscht auf eigene Faust und gegen sein Umfeld. Dabei brechen Konflikte auf und Verborgenes aus der Vergangenheit kommt ans Licht. Josef Hader, einer der beliebtesten Schauspieler Österreichs, spielt wunderbar den gebrochenen und einsamen Ex-Schnüffler.

Regisseur Nikolaus Leytner inszenierte die Handlung mit Gefühl, Humor und einem Schuss Ironie. Mit Feingefühl bringt Leytner die Ermittlerinnen auf die richtige Spur. Das hochkarätige Darstellerensemble und die tollen Bilder machen den österreichischen Krimi letztlich zu einem besonderen Exemplar des Genres - zum Schluss mit halbem Happy-End.

"Der Tote am Teich", Arte, 20.15 Uhr

(dpa)
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