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Ingolf Lück präsentiert "Die 100 nervigsten Popsongs"
Nervensägen-Charts: Jetzt sind die Popsongs dran

Ingolf Lück präsentiert "Die 100 nervigsten Popsongs": Nervensägen-Charts: Jetzt sind die Popsongs dran
Agnetha (rechts) und Anni-Frid bei der Performance von "Waterloo" beim schwedischen Eurovision-Wettbewerb 1974. FOTO: RPO
Berlin (rpo). Einige Hits von ABBA zählen zu den Favoriten: Nach den 100 nervigsten Deutschen nimmt Comedian Ingolf Lück nun bald die 100 nervigsten Popsongs aufs Korn. Vielleicht sind bald auch mal die TV-Shows fällig.

Sie nehmen den Weg über das Ohr direkt ins Gehirn. Man kann ihnen nicht entfliehen, denn ob Radio, Supermarkt, TV-Werbung oder der Walkman des Sitznachbarn im Bus - die lästigen Ohrwürmer sind scheinbar überall. Mit der Sendung "Die 100 nervigsten Popsongs" will der Fernsehsender ProSieben am Freitag (20.15 Uhr) den quälensten Dauerbrenner im Gehörgang küren.

"Das wird ein Riesenspaß, aber viele Frauen werden sich ärgern", glaubt der Moderator der Sendung, Ingolf Lück, der aber Einzelheiten noch nicht verraten will. Über die noch geheime Hitparade der besonderen Art hatten rund 500 000 Teilnehmer auf der Internetseite des Senders abgestimmt. Zur Auswahl standen Songs, die zwischen 1970 bis 2003 unter den Top 75 der Single-Charts waren - darunter auch "Feel" von Robbie Williams.

Hasselhoff und Abba mit Favoritenstatus

Ebenfalls gewählt werden konnten beispielsweise "Money, Money, Money" von Abba, "I've been looking for Freedom" von David Hasselhoff und "The Ketchup Song" von Las Ketchup. Ob Oldie oder Saisonhit, Newcomer oder Superstar - vor dem gnadenlosen Urteil ist offensichtlich keiner gefeit. "Natürlich haben nicht alle Menschen die gleiche Meinung", sagt Lück.

Schuld an dem harten Urteil seien oftmals nicht nur Titel und Interpret, auch die zahllosen Castingshow-Versionen hätten ihren Anteil daran. Zusammen mit einer Comedy-Expertenrunde, die aus Ingo Appelt, Mirja Boes, Oliver Pocher und Anastasia zusammengesetzt ist, will Lück jeden Song kritisch kommentieren, gegebenfalls aber auch "grausame Ungerechtigkeiten" in der Bewertung anprangern.

Die "lustige Mischung" in der Sendung soll die gesamte Familie vor den Bildschirm locken. Wo liegt der Reiz der "Qälerei", die auch in Streit ausarten kann? "Fernsehen soll schließlich berühren", sagt Lück verschmitzt. Außerdem könne die Sendung für die Zuschauer auch etwas Befreiendes haben. "Sie sehen, dass es andere Leute gibt, die vom gleichen Song genervt sind", beschreibt der Moderator die erhoffte therapeutische Wirkung.

Quälende Erinnerungen

Und wie schützt man sich nun gegen die ungewollte Dauerberieselung? Selbst Lück, der in den 80er Jahren die Musiksendung "Formel Eins" moderierte, bekommt nach eigener Aussage noch von bestimmten Ohrwürmern Kopfschmerzen. "Es gibt Sachen, die vergisst man nie", klagt er. Wenn längst verschüttet geglaubte Hits plötzlich wieder auftauchten, quälten sie ihn sofort wieder. Lück rät: "Es gibt kein Heilmittel gegen nervige Popsongs, aber vielleicht hilft eine Desensibilisierung."

Bei deutschen Radiosendern hält man sich bei Fragen zu nervigen Popsongs eher bedeckt. "Das ist schon politisch", sagt der Musikredakteur eines hessischen Privatradios, der nicht genannt werden möchte. Negative Kommentare könnten sich auf die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Plattenfirma auswirken. Bei der öffentlich-rechtlichen Hörfunkwelle Bayern 3 geht es offenbar pragmatischer zu. Musikredakteur Harald Freytag sagt: "Wir passen auf, dass wir keine Songs spielen, die den Hörern von Anfang an auf die Nerven gehen."

 
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