| 18.08 Uhr

Neue Serie "Hindafing" mit Maximilian Brückner
Bayerische Provinz am Rande des Wahnsinns

Szenenbilder aus "Hindafing"
Szenenbilder aus "Hindafing" FOTO: BR/NEUESUPER/Günther Reisp
Düsseldorf. Es ist eine ungewöhnliche Krimigeschichte aus dem bayerischen Hinterland: Ex-Tatort-Kommissar Maximilian Brückner schlägt sich ab heute Abend in der Serie "Hindafing" als drogensüchtiger Bürgermeister durch.

Hindafing ist ein fiktives Dorf irgendwo im tiefsten Bayern, kurz vor der tschechischen Grenze. Die Berge sind weit weg, der Himmel ist meistens grau, und die Geranien an den Balkonen fehlen auch. Vermutlich deshalb verirren sich kaum Touristen hierher. Eine Schule oder Turnhalle gibt's auch nicht, dafür aber eine völlig verrottete Konservenfabrik. Immerhin hat das trostlose Kaff ordnungsgemäß einen Bürgermeister, und der heißt Alfons Zischl (Maximilian Brückner).

Ein Bürgermeister, viele Probleme

Mit der Ordnung hat er es allerdings nicht, denn er nimmt Drogen, ist notorisch pleite und meistens schlecht drauf. Allein in seiner Ehe mit Marie (Katrin Röver) läuft alles relativ normal. Sein Vater war zwar Millionär, hat ihm jedoch keinen Cent hinterlassen, und so wird Alfons noch während der Beerdigung des Vaters der Wagen gepfändet.

Nunmehr setzt der Bürgermeister all seine Hoffnung in das geplante Öko-Shoppingcenter namens "Donau Village", mit dem er seine Wiederwahl sichern will. Dabei soll ihm der joviale Landrat Pfaffinger (Jockel Tschiersch) helfen, der dringend eine Unterkunft für 50 Flüchtlinge sucht. Und das ist erst der Anfang von drohendem Ungemach: Zischl entdeckt ein Schwarzgeldkonto seines Vaters in Panama, auf dem das ganze Familienerbe geparkt ist. Und er verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Intrigen und falschen Versprechungen.

Düster, satirisch, gut 

Der 38-jährige ehemalige "Tatort"-Kommissar Maximilian Brückner spielt diesen Mann ebenso großartig wie seine Rollen als Ermittler in der Reihe "Schwarzach 23" (ZDF) oder als Polizist in "Pregau - Kein Weg zurück" (ARD) - auch durch sie weht ein zarter Hauch von Anarchie. Und der wächst sich fast schon zu einem Sturm aus in dieser neuen Serie, die von den Autoren Rafael Parente und Nikolas Hoffmann sowie von Regisseur Boris Kunz ziemlich düster, aber stellenweise auch schön satirisch inszeniert und mit passender Jazzmusik unterlegt worden ist.

Dem Zuschauer wird allerhand geboten und politisch wird es auch. Denn es geht um weitere geplante Dinge wie einen Windpark, einen Autobahnzubringer, einen Beautysalon und sogar um Fracking. Da wundert es nicht, wenn noch mehr Figuren am Rande des Wahnsinns auftauchen: Ein ziemlich unerfahrener katholischer Pfarrer, der ganz gut Französisch spricht und sich später in einen jungen Afrikaner verliebt. Und ein alleinerziehender, türkischstämmiger, aber ziemlich fremdenfeindlicher Polizist, der gegen den Bürgermeister ermittelt.

Die Geschichte rund um den dubiosen Bürgermeister und sein bayerisches Provinzdorf ist ab sofort dienstags um 20.15 Uhr in Doppelfolgen im Bayerischen Rundfunk zu sehen.

(kess/dpa)
 
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