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"Orange is the New Black" bei Netflix
Die ganze Welt im kleinen Maßstab

Orange ist the New Black: Crazy Eyes Warren und Daya Diaz im Interview
Uzo Aduba (zweite von rechts) spielt in der erfolgreichen Serie „Crazy Eyes“ Warren. FOTO: Netflix
Essen. Ab dem 17. Juni kann bei Netflix die vierte Staffel von "Orange is the New Black" abgerufen werden. Wir sprachen in Essen beim "Netflix Moments Event" mit zwei Stars der Serie: Uzo Aduba (Suzane "Crazy Eyes" Warren) und Dascha Polanco (Dayanara "Daya" Diaz). Von Ludwig Jovanovic

Guten Morgen Uzo, guten Morgen Dascha: Wie würdet ihr eure Charaktere in wenigen Worten beschreiben?

Aduba: Suzanne ist sehr leidenschaftlich, immer sehr ehrlich, aber sie lebt schon in ihrer eigenen Welt.

Polanco: Daya ist sehr romantisch, und sie kämpft immer noch mit den Enttäuschungen und den schlechten Erfahrungen, die sie bereits in jungen Jahren gemacht hat.

Dascha Polanco (links) spielt Daya“ Diaz, die im Gefängnis von einem Wachmann schwanger wird. FOTO: Netflix

Und wie bereitet man sich auf diese Rollen vor?

Aduba: Ich gehe viel spazieren. Ehrlich. Ich gehe vor jedem Dreh spazieren und schlüpfe so nach und nach in die Rolle von "Crazy Eyes" und lasse mich darauf ein. Aber mittlerweile fällt es mir leichter. Wir sind jetzt ja auch bei der vierten Staffel.

Polanco: Ich habe mich umgesehen und einfach nur meine Nachbarschaft beobachtet. Die Gegend passte zu Diaz und ich habe davon eine Menge gelernt. Über das Verhalten, die Sprache, die Einstellung. Das habe ich alles aufgenommen und in die Rolle eingebracht.

Wenn man sich so auf einen Charakter einlässt: Wie groß ist euer Einfluss? Widersprecht ihr auch einem Regisseur oder seid ihr mit einem Drehbuch nicht einverstanden?

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Aduba: Die Serie wird von Netflix produziert und damit unterscheidet sie sich von vielen TV-Produktionen eines Fernsehsenders. Es wird eine große Geschichte erzählt, und selbst ich weiß nicht, wohin das am Ende führen wird. Für mich heißt das: Ich habe Vertrauen in das Team und vor allem in unsere Hauptautorin Jenji Kohan. Sie ist wirklich großartig und ich glaube daran, dass sie weiß, was sie tut und was sie mit den Charakteren vorhat und wie sie sich entwickeln sollen. Ich sehe dann, wohin es mich mit meinem Charakter führt.

Polanco: Es ist wie das Leben selbst. Und das steckt voller Überraschungen und Wendungen, mit denen man umgehen muss – und auch wir mit unseren Charakteren. Aber gerade das macht "Orange" so lebendig und spannend – auch für uns.

Wie werden sich eure Charaktere in Staffel 4 entwickeln?

Polanco: Daya wird erwachsen. Sie ist nun selbst Mutter, aber in einem Gefängnis und ohne die Freiheit, sich um ihr Kind zu kümmern. Dazu sitzt noch mit ihrer eigenen Mutter ein, zu der sie ja ein schwieriges Verhältnis hat. Aber dadurch sieht sie auch ihre eigene Kindheit in einem anderen Licht. Sie wächst dadurch.

Aduba: Puh, Suzanne erwartet neue Abenteuer. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Aber wir erfahren, woher sie kommt. Also Suzannes Vergangenheit. Es ist echt schwer, da jetzt nicht zu viel zu verraten. Reicht das?

"Orange" dreht sich um Frauen in einem Frauengefängnis. Manche Männer tun das als Frauenserie ab.

Aduba: Wenn man einen Film oder eine Serie sieht, schaut man da vorher nach, ob es von einer Frau gedreht worden ist? Es geht nicht um das Geschlecht. Es geht um die Geschichten, die erzählt werden und ob es einen berührt und ob man sich darauf einlassen kann.

Polanco: Die Serie dreht sich um Menschen und ihre Erfahrungen. In "Orange" gibt es alle Hautfarben. Es gibt Trans-, Hetero- und Homosexuelle. Die Serie bildet die Welt in einem kleinen Maßstab an. Und jeder kann dazu eine Beziehung entwickeln. "Orange is the New Black" richtet sich einfach an Menschen, nicht an eine Gruppe von Menschen. 

(jov)
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