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Der "Polizeiruf 110" im Schnellcheck
Das neue Traumpaar am Sonntagabend?

Polizeiruf 110: Das neue Traumpaar am Sonntagabend?
Matthias Brandt und Barbara Auer: Wird das noch was? FOTO: BR, Christian Schulz
Düsseldorf. Beim neuen "Polizeiruf 110" mit Matthias Brandt und Barbara Auer stand kein Kriminalfall im Mittelpunkt, sondern drei Menschen in ihrer Einsamkeit. Wen das nicht so interessierte, musste einige Längen ertragen. Alle anderen erlebten ein Kammerspiel mit tollen Schauspielern. Von Christian Sieben

90 Minuten in 90 Zeichen

Eine Leiche liegt im Wald. Egal. Zwei einsame Kommissare leiden. Am Ende gibt es einen Kuss.

Eine eher komische Szene

Gleich zu Beginn des Films suchen Matthias Brandt und Barbara Auer den Tatort. Sie fahren in einem Luxus-BMW, beide haben Smartphones. Wir schreiben das Jahr 2015. Die beiden finden den Tatort nicht, weil sie sich über die richtige Lesart einer analogen Faltkarte streiten. Lustig gespielt, aber irgendwie wirkte diese Szene etwas aus der Zeit gefallen. 

War das eigentlich ein Krimi oder ein Kammerspiel?

Ein typischer Krimi war das ganz sicher nicht. Von der ersten Minute an drehte sich alles um den Hauptverdächtigen (Justus von Dohnányi), der akribisch an seiner Modelleisenbahn bastelte, die nicht im Kreis fahren sollte. Weil sich der Ex-Mann der Getöteten ja selbst schon immer im Kreis dreht. Der Zuschauer bekam statt eines Krimis ein Kammerspiel zu sehen. Dieses Kammerspiel hatte vielleicht die ein oder andere Länge, war aber auch dank der starken Schauspieler immer wieder ein Erlebnis.

Der schönste Auftritt

Barbara Auer die weibliche Hauptrolle zu geben, war ein Kunstgriff der Macher. Sie und Brandt ergänzten sich hervorragend, ihre gemeinsamen Szenen waren das Highlight von "Kreise". Auch wenn der Film für die beiden eher traurig endete, gibt es noch Hoffnung. Im übernächsten Fall kehrt Auer zurück. Die Handlung von "Kreise" wird weitergeführt.

Findet der Kommissar endlich seine große Liebe?

Man möchte die Daumen drücken. Es bleiben aber Zweifel: Kann dieser sensible von Meuffels wirklich glücklich sein? Spätestens im übernächsten "Polizeiruf" aus München gibt es weitere Aufschlüsse.

Sollen wir die kommenden "Polizeirufe" einschalten?

Wer es eher bunt und knallig wie Til Schweiger mag, dürfte sich bei diesem "Polizeiruf 110" nicht zum ersten Mal gelangweilt haben. Die Fans des Ermittlers dürfen sich indes auf die Zukunft freuen. Auch dank der tollen Barbara Auer.

 

 

 

 

(csi)
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