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"Polizeiruf 110: Im Schatten"
Rostocker kämpfen gegen Mafia

"Polizeiruf 110": Im Schatten
"Polizeiruf 110": Im Schatten FOTO: NDR/Christine Schroeder
Rostock. Gemeinsam mit dem Zoll ermitteln Bukow und König im Bereich der organisierten Kriminalität. Ein komplexer Fall mit zwei Ermittlern, die sich näher kommen. Von Leslie Brook

Sechs Menschen werden vor einem italienischen Restaurant in Duisburg erschossen. Die Tat gleicht einer öffentlichen Hinrichtung. Die Opfer sind Italiener im Alter von 16 bis 39. Schnell wird spekuliert, dass die Tat mit einer Fehde zweier verfeindeter Familien der Mafiaorganisation 'Ndrangheta in Zusammenhang stehen könnte. Es dauert jedoch vier Jahre, bis die Täter gefasst und verurteilt sind.

Der 15. August 2007 war der Tag, an dem viele Deutsche zum ersten Mal begriffen, wie aktiv die Mafia auch in Deutschland ist. Auf die Mafia-Morde von Duisburg rekurriert der neue "Polizeiruf 110" aus Rostock. "Im Schatten" lautet der mehrdeutige Titel. Eine Anlehnung an die vor Öffentlichkeit und Justiz verborgene Parallelwirtschaft, die aber reale Auswirkungen auf das Leben eines jeden Einwohners hat, erklärt Drehbuchautor Florian Oeller.

Komplexer Fall

Über den Rostocker Hafen werden die Drogengeschäfte des Clans abgewickelt – dahinter steht ein bestens organisiertes Netz aus Dealern und so genannten Motorradschwalben. Der Fall, der LKA-Profilerin König und Hauptkommissar Bukow zusammen mit den Kollegen der Zollfahndung beschäftigt, ist komplex.

Bereits in den ersten Minuten sterben zwei Menschen, kurze Zeit darauf liegt auch noch der Zoll-Einsatzleiter erschossen unter einer Autobahnbrücke. Die Ermittlungen führen König und Bukow nicht nur in die Pizzeria, die Hauptquartier des 'Ndrangheta-Netzwerkes in der Hansestadt ist, sondern auch in die Büros sowie das private Umfeld der Zoll-Kollegen. Denn diese könnten sich den Drogenbaronen zu stark genähert haben. König begegnet dem ranghöchsten 'Ndrangheta-Mitglied Rostocks offensiv, und die Profilerin ist auch die Einzige, die wegen ihres gesunden Misstrauens auf die richtige Fährte gerät.

Bukow und König kommen sich näher

In dem teils doch recht verwirrenden Fall ist ein Handlungsstrang besonders interessant: Bukow und König, die einander immer noch siezen, kommen sich näher. Sie trinken miteinander Schnäpse, um zu sehen, wer mehr verträgt. Dann rückt der Kommissar an seine Kollegin heran, will sie küssen. Im letzten Moment stoppt sie ihn. Bukow will später leicht verzweifelt wissen: "Frau König, kommen wir eigentlich mal zusammen?"

Der Fall macht deutlich, wie komplex die Systeme der Mafia sind – die Bosse sind integriert, gut vernetzt und extrem vorsichtig - und wie schwierig die Beweislast der Polizei. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Demoskopika sind 2013 durch die Kassen der 'Ndrangheta 53 Milliarden Euro geflossen. Ihr Umsatz liegt somit höher als der der großen Unternehmen Deutsche Bank und McDonalds zusammen.

"Polizeiruf 110: Im Schatten", Das Erste, Sonntag, 20.15 Uhr

Quelle: RP
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